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Pressemeldung Nr. 276/2016 vom 19.08.2016 | english version | RSS | zur Druckfassung | Suche

„Die Energiewende geht nicht ohne Geotechnik“

Erste internationale Konferenz zu Geotechnik und Energie an der Uni Kiel


Von Montag, 29. August, bis Mittwoch, 31. August, findet die erste „International Conference on Energy Geotechnics” an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) statt. Rund 150 Expertinnen und Experten aus etwa 26 Ländern werden erwartet, um sich zu geotechnischen Fragen im Rahmen der Energiewende auszutauschen. Die Konferenz wird organisiert von der Arbeitsgruppe um Professor Frank Wuttke, Institut für Geowissenschaften an der CAU. Die Online-Anmeldung für Fachpublikum und die interessierte Öffentlichkeit ist noch bis zum 30. August möglich.

Vor allem in Schleswig-Holstein sind sie in den vergangenen Jahren vermehrt zu sehen: Windenergieanlagen. Im Zuge von Klimawandel und steigendem Energieverbrauch leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung erneuerbarer Energien. „Aber es ist noch nicht völlig geklärt, welche Auswirkungen die Anlagen auf die Böden haben, auf denen sie errichtet werden, durch die ihre Transportkabel laufen oder die zur Speicherung von Energie genutzt werden. Die Reaktion von Geomaterialien wie Lockersedimente oder Gestein erforschen wir noch“, sagt Wuttke.

Die Ergebnisse betreffen nicht nur die Energieindustrie, sondern werden zukünftig auch für den klassischen Städtebau oder Privathaushalte interessant sein. „Im Zuge der Energiewende werden zurzeit verstärkt mehr Fernwärmeleitungen gebaut, Energiepfähle beim Hausbau eingesetzt oder die Starkstromkabel als Erdkabel verlegt, auch hier in Kiel. Hierbei stellt sich u.a. die Frage, wie verhindert werden kann, dass die thermische Energie zu langsam oder zu schnell abgegeben wird. Dadurch geht nicht nur Energie verloren. Auch das umgebende Erdreich kann sich unverhältnismäßig erwärmen und die verlegte Energieinfrastruktur dadurch Schaden nehmen. Zudem bietet der Untergrund ein riesiges bisher ungenutztes Potential zur Energiespeicherung, auch in Städten, Privathaushalten oder Industrieregionen.“ Denn es sind komplexe thermische, hydromechanische oder auch chemische Belastungen, die auf die Böden wirken und die die Geotechnikerinnen und -techniker gekoppelt untersuchen. „Letztendlich werden wir die Energiewende ohne den Beitrag der Geotechnik nicht in den Griff bekommen“, ist sich Wuttke sicher.

Um die Ausrichtung der internationalen Konferenz hat sich die Kieler Arbeitsgruppe beim offiziellen Veranstalter, der International Society for Soil Mechanics and Geotechnical Engineering (ISSMGE), beworben. „Dass wir den Zuschlag erhalten haben, zeigt, dass wir in Deutschland und auch Schleswig-Holstein eine Vorreiterrolle in der Energiewende übernommen haben und dadurch auch für Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern sehr interessant sind. Besonders für Schleswig-Holstein sehe ich große Chancen: Wir haben die Windkraftanlagen, Offshore-Windparks und das technische und wissenschaftliche Know-how hier vor Ort“, sagt Wuttke.

Das Programm der dreitägigen Konferenz beinhaltet zehn Keynote Lectures und 15 teils parallele Sessions mit Vorträgen und Diskussionen zum Thema „Energy Geotechnics“: von Energiespeicherung über Herausforderungen in der Infrastruktur und Stadtplanung bis zu rechnerischen Methoden und experimentellen Materialdesign-Studien. Während der Konferenz wird außerdem eine Posterausstellung im Foyer des Audimax der CAU zu sehen sein. „Wir wollen mit unserer Veranstaltung Wissenschaft und Praxis aus verschiedenen Ländern und Fachgebieten rund um das Thema Geotechnik und Energie zusammenzubringen. Kiel mit seinen verschiedenen Forschungsinstituten ist ein exzellenter Ort für diesen internationalen Austausch.“

Das Wichtigste in Kürze:
Was: International Conference on Energy Geotechnics
Wann: Montag, 29. August, bis Mittwoch, 31. August
Wo: Audimax, Christian-Albrechts-Platz 2, 24118 Kiel

Weitere Informationen und Anmeldung:
www.iceg-2016.de

Medienvertreterinnen und -vertreter, die über die internationale Tagung „International Conference on Energy Geotechnics“ berichten wollen, sind herzlich eingeladen. Konferenzsprache ist Englisch.
Die Tagung wird veranstaltet von der International Society for Soil Mechanics and Geotechnical Engineering (ISSMGE) und unterstützt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein.


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Wuttke
Institut für Geowissenschaften
Tel.: 0431/880-2840
E-Mail: fw@gpi.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Julia Siekmann