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Pressemeldung Nr. 317/2016 vom 07.10.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Kieler Nanopreis geht an Sotiris Pratsinis für medizintechnische Anwendungen

Diels-Planck-Lecture verliehen



Professor Sotiris Pratsinis von der ETH Zürich wurde gestern (6. Oktober) mit der Diels-Planck-Lecture des Forschungsschwerpunktes Kiel Nano, Surface and Interface (KiNSIS) geehrt. Die Mitglieder von KiNSIS an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) vergeben jedes Jahr die Diels-Planck-Medaille an international herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Nano- und Oberflächenwissenschaften. Die Auszeichnung wurde zusammen mit den KiNSIS-Promotionspreisen im Rahmen der Veranstaltung „Nano Surface and Interface Science“ verliehen. Das Treffen von Forschung und industrieller Anwendung wurde gemeinsam ausgerichtet von der Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi), der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH), der Norddeutschen Initiative Nanotechnologie (Nina) und KiNSIS. Im Wissenschaftszentrum stellten Forschungsinstitute und Kieler Unternehmen ihre Innovationen aus der Nanoforschung mit Blick auf medizintechnische Anwendungen vor. Vorträge und Diskussionsrunden boten Gelegenheit, das regionale Nano-Netzwerk zu stärken.

Die Auszeichnung mit der Diels-Planck-Lecture erhält Pratsinis für den erfolgreichen Transfer von neuesten Erkenntnissen aus der Nano-Grundlagenforschung in zahlreiche medizinische Anwendungen. „Sotiris Pratsinis ist ein sehr sichtbarer Wissenschaftler, über 300 Artikel hat er publiziert und über ein Dutzend Patente erhalten“, betonte Professor Rainer Adelung, einer der KiNSIS-Sprecher in seiner Laudatio. „Seine Forschung vereint Chemie, Physik und Materialwissenschaft und passt so perfekt zu unserem interdisziplinären Nano-Forschungsschwerpunkt und der Diels-Planck-Lecture.“

Seit Jahrzehnten widmet sich Pratsinis der Frage, wie Nanopartikel maßgeschneidert hergestellt werden können, damit sie bestimmte Eigenschaften erhalten. Mithilfe seiner Modelle kann die Größe der Nanopartikel im laufenden Herstellungsprozess überwacht werden, sodass aufwändige Untersuchungen im Nachgang nicht mehr nötig sind. Industrielle Produktionsanlagen können damit genau ausgelegt werden. So ist es möglich, Nanopartikel zur Diagnose von Diabetes und Krebs, für bessere Katalysatoren und Implantate sowie wirksamere Nährstoffpräparate zu verwenden. Seine bereits mehrfach ausgezeichnete Forschung stellte der Chemieingenieur gestern in einem Vortrag mit dem Titel „Flame-made nanostructured sensors for breath analysis“ vor.

Außerdem zeichnete KiNSIS die besten Dissertationen der Nanoforschung an der CAU aus. Die Preisträger sind:
Dr. Jonas Otto Wolf, Zoologisches Institut
(bei Professor Stanislav N. Gorb für den Bereich Nano Life Science)

Dr. Hauke Thomsen, Institut für Theoretische Physik und Astrophysik
(bei Professor Michael Bonitz für den Bereich Nano Physics)

Dr.-Ing. Michael Helou, Institut für Materialwissenschaft
(bei Professor Eckhard Quandt für den Bereich Nano Engineering )

Dr.-Ing. Florian Dams, Institut für Materialwissenschaft
(bei Professor Franz Faupel für den Bereich Nano Engineering )

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Professor Sotiris Pratsinis von der ETH Zürich wurde mit der Diels-Planck-Medaille des Nano-Forschungsbereichs KiNSIS geehrt, überreicht von den Sprechern Professor Rainer Adelung (l.) und Professor Olaf Magnussen. Die Medaille wurde aus einem Siliziumwafer im Reinraum der Technischen Fakultät hergestellt.
Foto/Copyright: Julia Siekmann / CAU

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In seinem Vortrag mit dem Titel „Flame-made nanostructured sensors for breath analysis“ stellte Pratsinis seine Forschung und ihre medizintechnischen Anwendungsmöglichkeiten vor.
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Für ihre erfolgreiche Dissertationen geehrt: Dres. Florian Dams (l.) für den Bereich Nano Engineering und Hauke Thomsen für den Bereich Nano Physics.

Nicht im Bild: die Preisträger Dres. Michael Helou, für den Bereich Nano Engineering, und Jonas Otto Wolf für den Bereich Nano Life Science.
Foto/Copyright: Julia Siekmann / CAU

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Über den Preisträger 2016 Sotiris E. Pratsinis:
Sotiris E. Pratsinis ist seit 1998 ordentlicher Professor für Verfahrenstechnik an der ETH Zürich. Geboren 1955 in Chanea, Kreta, Griechenland, absolvierte er 1977 sein Diplom in Chemieingenieurwesen an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. An der Universität von Kalifornien, Los Angeles, erhielt er 1985 seinen Ph.D. Im selben Jahr wurde er zum Assistenzprofessor an der Fakultät für Chemieingenieurwesen an der Universität von Cincinnati, Ohio, berufen, wo er 1989 eine außerordentliche Professur und 1994 eine ordentliche Professur erhielt. 1998 leitete er dort die Fakultät für Chemieingenieurwesen, bevor er an die ETH Zürich wechselte. Der Schwerpunkt seiner aktuellen Forschung liegt auf dem Gebiet der Nanopartikel-Technologie, speziell auf der Flammensynthese von Metallen und Keramiken, Katalyse, Dentalmaterialien und Simulation von Aerosol-Reaktoren.

Professor Pratsinis erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kenneth T. Whitby Award der American Association of Aerosol Research (1988), den Presidential Young Investigator Award von der U.S. National Science Foundation (1989), den Marian Smoluchowski Award der Europäischen Gesellschaft für Aerosolforschung (1995) und den Thomas Baron Award des American Institute of Chemical Engineers (2003). 2005 wurde er zum Russell Severance Springer Professor der Universität von Kalifornien, Berkeley ernannt. Seit 2010 ist er außerdem Gastprofessor an der Harvard School of Public Health und an der Universität Duisburg-Essen. Weitere Vorlesungen hielt er in Australien, Japan und Thailand. Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschriften Powder Technology, KONA Powder und Particle, Advanced Powder Technology, Particle and Particle Systems Characterization und Journal of Aerosol Science.

Über die Diels-Planck-Lecture:
Die jetzt zum dritten Mal verliehene Diels-Planck-Lecture leitet ihren Namen von den zwei Begründern der Nanowissenschaften in Kiel ab, den Nobelpreisträgern Max Planck und Otto Diels. Der in Kiel geborene Max Planck wurde 1897 auf eine Professur für theoretische Physik an die CAU berufen, 1918 erhielt er den Physik-Nobelpreis für seine Arbeit in der Quantenphysik. Sie bildet die Grundlage für die Beschreibung von Nanostrukturen. Otto Diels war von seiner Berufung 1915 bis zu seiner Emeritierung 1945 Professor für Chemie an der CAU. Er entwickelte eine der wichtigsten und leistungsfähigsten Methoden chemische Verbindungen und Nanomaterialien herzustellen, wofür ihm 1950 der Nobelpreis für Chemie verliehen wurde. Der Preisträger der Diels-Planck-Lecture 2015, Professor Bernard Feringa von der Universität Groningen, wurde in dieser Woche mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Ihm voraus ging im Jahr 2014 Dr. Gerhard Meyer vom IBM Research Laboratory in Zürich, der als erster mit der Diels-Planck-Lecture gewürdigt wurde.

Über KiNSIS:
Details, die nur Millionstel Millimeter groß sind: Damit beschäftigt sich der Forschungsschwerpunkt „Nanowissenschaften und Oberflächenforschung“ (Kiel Nano, Surface and Interface Science – KiNSIS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Im Nanokosmos herrschen andere, nämlich quantenphysikalische, Gesetze als in der makroskopischen Welt. Durch eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Materialwissenschaft, Chemie, Physik, Biologie, Elektrotechnik, Informatik, Lebensmitteltechnologie und verschiedenen medizinischen Fächern zielt der Schwerpunkt darauf ab, die Systeme in dieser Dimension zu verstehen und die Erkenntnisse anwendungsbezogen umzusetzen. Molekulare Maschinen, neuartige Sensoren, bionische Materialien, Quantencomputer, fortschrittliche Therapien und vieles mehr können daraus entstehen. Mehr Informationen auf www.kinsis.uni-kiel.de

Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Rainer Adelung
KiNSIS-Sprecher
Telefon: 0431 / 880-6116
E-Mail: ra@tf.uni-kiel.de

Prof. Dr. rer. nat. Olaf Magnussen
KiNSIS-Sprecher
Telefon: 0431 / 880-5579
E-Mail: magnussen@physik.uni-kiel.de

Dr. Julia Reverey
Koordinatorin KiNSIS
Telefon: 0431 / 880-6271
E-Mail: reverey@kinsis.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Julia Siekmann