CAU - Universität Kiel
Sie sind hier: StartseitePressePressemeldungenNr. 346 / 2016

Pressemeldung Nr. 346/2016 vom 21.10.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Vielfältige Heiligkeiten im Mittelalter



Gesellschaften scheinen – unabhängig von Epochen – ein Bedürfnis nach herausragenden Persönlichkeiten zu haben, die für die Gemeinschaft und Einzelne wichtige Funktionen erfüllen. Im Früh- und Hochmittelalter zählten dazu vor allem Heilige. Wie vielfältig die dahinter steckenden Figuren und Heiligkeitskonzepte sind, soll eine internationale und interdisziplinäre Tagung der Abteilung Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zeigen. Die dreitägige Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 27. Oktober, und ist für alle Interessierten geöffnet. Eine Anmeldung ist erforderlich.

„Mönche, Bischöfe, Märtyrer, Missionare oder Frauen – Heiligenfiguren haben sehr unterschiedliche biografische Hintergründe. Der norddeutsche Heilige St. Ansgar, zu dem Paul Gazzoli aus Cambridge am ersten Tagungstag einen Vortrag hält, vereint zum Beispiel gleich mehrere davon“, erläutert Fiona Fritz, die die Tagung zusammen mit Professor Andreas Bihrer organisiert. Wer überhaupt zu Heiligen wurde und welche Qualitäten diese besaßen, dafür spielte eine entscheidende Rolle, welche Geschichten über sie erzählt und weitergetragen wurden. Oft konstruierte die Darstellung in mittelalterlichen Texten erst, welche Eigenschaften Heiligen zugeschrieben wurden und welche Funktionen sie hatten. „Die sprachlichen und bildlichen Darstellungen dienten demnach nicht nur religiöser Erbauung, sondern konnten auch von machtpolitischer Bedeutung sein, wenn es darum ging, Lebensbeschreibungen der Heiligen bewusst für die Bildung von Gruppen oder ganzen Herrschaftsdynastien zu nutzen“, so Fiona Fritz.

Die Tagung „Heiligkeiten. Konstruktionen, Funktionen und Transfer von Heiligkeitskonzepten im europäischen Früh- und Hochmittelalter“ nimmt besonders die Vielfältigkeit dieser Konzepte in den Blick. In der Forschung wurden diese Ebenen bisher meist getrennt betrachtet. Auf der Tagung werden sie verbunden, um die Dynamiken und Pluralitäten von Heiligkeitskonzepten im Mittelalter herauszuarbeiten. „Wir möchten unterschiedliche Fachtraditionen zusammenbringen. Bei der Tagung werden deshalb nicht nur Vorträge aus der Geschichtswissenschaft zu hören sein, sondern auch aus der Lateinischen Philologie, Literaturwissenschaft, Germanistik, Anglistik und Skandinavistik“, so Fritz.

Die Tagung wird im Rahmen des Projekts "Heilige Heroen – Heroische Heilige" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Programm und Anmeldung:
http://bit.ly/Heiligkeiten

Das Wichtigste in Kürze:
Was: Heiligkeiten. Konstruktionen, Funktionen und Transfer von Heiligkeitskonzepten im europäischen Früh- und Hochmittelalter
Wann: Donnerstag, 27. Oktober, bis Samstag, 29. Oktober
Wo: Internationales Begegnungszentrum Kiel, Kiellinie 5, 24105 Kiel

Es stehen Fotos/Materialien zum Download bereit:
Bitte beachten Sie dabei unsere ► Hinweise zur Verwendung

Zum Vergrößern anklicken

Heiligenkalender wie dieser aus Flandern, 13. Jahrhundert, zeigten Geistlichen, wann welcher Heilige geehrt wurde, hier für den Monat Oktober. Entsprechend dieser Feiertage wählten sie die Lesungen für ihre Gottesdienste aus.
Foto/Copyright: Walters Art Museum, W.47, fol 5v, © 2011 Walters Art Museum, used under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 license: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Foto zum Herunterladen:
www.uni-kiel.de/download/pm/2016/2016-346-1.jpg


Kontakt:
Fiona Fritz
Historisches Seminar
Tel: +49 (0)431 880-2295
fritz@histosem.uni-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: ► presse@uv.uni-kiel.de, Internet: ► www.uni-kiel.de
Twitter: ► www.twitter.com/kieluni, Facebook: ► www.facebook.com/kieluni
Text / Redaktion: ► Julia Siekmann