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Pressemeldung Nr. 348/2016 vom 24.10.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Beschäftigte gestalten das Museum der Zukunft


Mit einem bundesweit einmaligen Modellvorhaben setzt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) einen weiteren wichtigen Meilenstein in Richtung zukunftsfähiges Museum. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über drei Jahre finanzierten Forschungsprojekt zur „Entwicklung und Erprobung eines Intrapreneurship-Konzeptes für geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungseinrichtungen am Beispiel der Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft“ – kurz INTRAFO – geht es darum, neuartige Ansätze herauszuarbeiten, mit denen ausgehend von kreativen Ideen der Beschäftigten die Innovationfähigkeit von Forschungsmuseen verbessert werden kann. Geleitet wird das praxisnahe Forschungsvorhaben von Dr. Diana Modarressi-Tehrani, Leiterin der Stabstelle Wissenschaftsmanagement am DBM. Für die Koordination des Projekts wurde eigens ein Mitarbeiter mit dem Fokus Organisationsentwicklung eingestellt: Henning Mohr. Professorin Petra Dickel, Juniorprofessorin für Entrepreneurship, leitet das Projekt auf Seiten der Verbundpartnerin Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Das Projektteam um Dickel besteht aus jungen Forschenden, die die unterschiedlichen Facetten von Intrapreneurship beleuchten werden. Des Weiteren sind in das Projekt, welches vom Projektträger DLR abgewickelt wird, verschiedene Management- beziehungsweise Kommunikationsagenturen eingebunden.

„Für uns liegt der besondere Reiz dieses Projekts in der Verbindung von wissenschaftlicher Forschung mit praktischer Organisationsentwicklung. Wir erhoffen uns wichtige Erkenntnisse dazu wie und in welcher Form das Innovationspotential von Beschäftigten im DBM zukünftig genutzt werden kann“, sagt Modarressi-Tehrani. „Dabei liegt der Fokus auf der Beförderung des traditionell hohen Engagements der Kolleginnen und Kollegen für das Haus und der Nutzbarmachung des jedem Beschäftigten innewohnenden Ideenschatzes. Erklärtes Ziel ist, ein Modell zu entwickeln, das in andere Institutionen übernommen werden kann.“

Die vielfach noch unbekannte Wortschöpfung „Intrapreneurship“ stammt aus der Betriebswirtschaftslehre und bezeichnet vereinfacht ausgedrückt ein organisationsinternes Unternehmertum. Daran anknüpfend sollen sich die Beschäftigten als dynamisch denkende Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für zukunftsweisende Veränderungsprozesse verstehen und ihre kreativen Ideen oder Handlungsansätze aktiver und eigenverantwortlich in die alltäglichen Abläufe einbringen können. Die Erfahrung zeigt, dass viele wichtige Impulse für die Neuausrichtung von Organisationen in alltäglichen Arbeitsroutinen verloren gehen. Zwar benennen die Beschäftigten oftmals mögliche Defizite oder äußern Ideen für Verbesserungen, allerdings werden diese Anregungen innerhalb der Strukturen nicht immer ausreichend aufgenommen und verarbeitet. Das Modellvorhaben INTRAFO arbeitet deshalb ganz gezielt Strategien heraus, die die Eigenverantwortung der Beschäftigten steigern und eine systematische Nutzung möglicher Visionen möglich machen. Daraus soll dann ein methodenförmiger Ansatz entwickelt werden, der sich auf andere Forschungsmuseen sowie weitere Institutionen übertragen lässt.

Das DBM gehört zu den besucherstärksten Forschungsmuseen in Deutschland. Die gesellschaftlichen Veränderungen - wie etwa der digitale Wandel oder demographische Entwicklungen - stellen Museumseinrichtungen aktuell vor große Herausforderungen, da sich die Grundlagen der Kernaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln zunehmend verändern. Durch den äußeren Anpassungsdruck müssen Museen aktiv die eigenen Strukturen hinterfragen und eigenverantwortlich neue Wege der Aufgabenwahrnehmung beschreiten. Aus diesem Grund befindet sich das DBM bereits seit einigen Jahren in verschiedenen Umstrukturierungsprozessen, die seit 2015 auch einen Neuaufbau der Dauerausstellung sowie seit 2016 einen Umbau des Museumsgebäudes beinhalten. Durch die Bewilligung des INTRAFO-Projekt zu diesem Zeitpunkt und im Verbund mit der Kieler Universität ergeben sich zusätzliche Chancen und Synergien, die die zukunftsweisende Neuausrichtung des DBM deutlich befördern werden.

Über das DBM
Das Deutsches Bergbau-Museum Bochum ist eines von acht deutschen Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft. Erforscht werden epochenübergreifend die Geschichte der Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung von Georessourcen. Zu den DBM-Forschungsbereichen gehören: Archäometallurgie, Bergbaugeschichte, Materialkunde, Montanarchäologie sowie das Montanhistorische Dokumentationszentrum (montan.dok).

Über die CAU
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist die einzige Volluniversität und das wissenschaftliche Zentrum von Schleswig-Holstein. Hier studieren 26000 junge Menschen, hier lehren und forschen über 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Von den Agrarwissenschaften bis zur Zahnmedizin bildet die CAU in 185 Studiengängen und zirka 80 Fächern aus. Ob mit universitären oder außeruniversitären Partnerschaften – die fachübergreifende Forschung und Lehre über acht Fakultäten und vier Forschungsschwerpunkte hinweg ist das internationale Markenzeichen der Kieler Universität.

Pressekontakte
Für das Deutsche Bergbau-Museum Bochum:
Wiebke Büsch
Stabsstelle Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0234-5877 141
E-Mail: wiebke.buesch@bergbaumuseum.de
Web: www.bergbaumuseum.de

Für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Prof. Dr. Petra Dickel
Institut für Betriebswirtschaftslehre
Tel.: 0431/880-3236
E-Mail: dickel@bwl.uni-kiel.de
Web: www.entrepreneurship.uni-kiel.de



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