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Pressemeldung Nr. 371/2016 vom 09.11.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Jugend auf den Spuren der Evolution

Evolutionsbiologische Projekttage für Schülerinnen und Schüler in der Kieler Forschungswerkstatt


Vom 7. bis 9. November bot die Kieler Forschungswerkstatt gemeinsam mit dem Forschungszentrum „Kiel Evolution Center“ (KEC) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) evolutionsbiologische Kurse für Oberstufenschülerinnen und -schüler an. Unter dem Titel „Evolution – Arbeiten mit dem Modellorganismus Caenorhabditis elegans“ hatten insgesamt 58 Jugendliche aus Kiel und Flensburg an drei Tagen Gelegenheit, die Theorie und Arbeitsweisen der Evolutionsforschung kennenzulernen. Im sogenannten „life:labor“ der Forschungswerkstatt untersuchten die Schülerinnen und Schüler dazu selbständig den Fadenwurm C. elegans. Diesen durchsichtigen und einfach gebauten Wurm bevorzugen Evolutionsforschende für ihre Experimente: Seine Eigenschaften eignen sich ideal, um Entwicklungsprozesse zu untersuchen und er lässt sich gut im Labor halten.

Ziel der Projekttage im „life:labor“ war es, die Grundzüge der modernen Evolutionstheorie anschaulich zu vermitteln, die ausgehend von Darwins Arbeiten unter anderem auch genetische und molekulare Faktoren umfasst. Wie sich diese evolutionären Mechanismen in der Praxis auswirken, konnten sich die Schülerinnen und Schüler durch ihre Arbeiten am Modell des Fadenwurms C. elegans erschließen. „Mit dem Kursangebot der Forschungswerkstatt ergänzen wir den regulären Biologieunterricht ideal, denn zum Beispiel die Arbeit mit Modellorganismen unter echten Laborbedingungen können Schulen nicht bieten. So helfen wir dabei, das Interesse für wissenschaftliche Fragen bei Jugendlichen schon früh zu wecken und zu fördern“, sagte Katrin Kruse, Biologielehrerin in der Forschungswerkstatt und fachdidaktische Beraterin. Wichtig sei zudem, so Kruse weiter, dass die Kursangebote der Forschungswerkstatt gemeinsam von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Lehrkräften und Lehramtsstudierenden entwickelt werden.

Dank ihres didaktischen Ansatzes, so das Organisationsteam, gelingt es nicht nur theoretisches Wissen über die Evolutionsforschung zu vermitteln, sondern auch moderne wissenschaftliche Methoden und Arbeitsweisen erlebbar zu machen. Auch abstrakte Konzepte wie das Prinzip der natürlichen Selektion oder die Regeln der Vererbungslehre können die Schülerinnen und Schüler so besser begreifen. Dass sich Schule und Projekttage ideal ergänzen, sahen auch die Jugendlichen so. „Das, was wir in der Theorie in der Schule machen, können wir uns hier in der Praxis erschließen“, sagte der 17-jährige Flensburger Jan Nissen. „Es hilft insbesondere für das Abitur, wenn man das schon mal in der Praxis gemacht hat“, meinte auch seine gleichaltrige Mitschülerin Cosima Jerominski.

Professor Hinrich Schulenburg, Sprecher des neu gegründeten „Kiel Evolution Center“ (KEC) an der CAU und Mit-Initiator der Evolutions-Projekttage, betonte: „Für uns Kieler Evolutionsforschende ist besonders wichtig, auf das Thema Evolution aufmerksam zu machen und vor allem Begeisterung für dieses zentrale Thema der Biologie zu wecken. Eine unserer wichtigsten Zielgruppen sind dabei Schülerinnen und Schüler. Und diese Gruppe können wir besonders gut mit Hilfe solcher Projekttage erreichen“.

Diesem Anspruch trägt das „Kiel Evolution Center“ insbesondere dank der Kooperation mit der Kieler Forschungswerkstatt Rechnung. Das KEC vernetzt die Uni Kiel stärker mit ihren Partnerinstitutionen aus der Region, um unter dem Schlüsselbegriff „Translationale Evolutionsforschung“ gezielt Brücken zwischen Grundlagenforschung und Anwendung zu schlagen. Das neue Forschungszentrum liefert so entscheidende Impulse, um die Universität Kiel weiter zu einem bundesweit einzigartigen Schwerpunkt in der Evolutionsforschung zu entwickeln.

Über die Kieler Forschungswerkstatt
In den Schülerlaboren an der Universität Kiel haben Schülerinnen und Schüler sowie angehende Lehrkräfte die Möglichkeit nicht nur Forschungsergebnisse, sondern auch den Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens in einer Weise kennenzulernen, die den Unterricht an Schulen gewinnbringend ergänzen kann. Ergänzend dazu werden Lehrerfortbildungen durchgeführt. Bei der Kieler Forschungswerkstatt handelt es sich um eine Zusammenarbeit von Schule und Hochschule, von Lehrerbildung und Wirtschaft sowie von Stadt und Land. Die Angebote der Kieler Forschungswerkstatt sind unter www.forschungs-werkstatt.de ersichtlich.

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In der Forschungswerkstatt lernten die Jugendlichen moderne wissenschaftliche Arbeitsweisen der Evolutionsforschung kennen.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Schülerinnen und Schüler arbeiteten mit dem Modellorganismus C. elegans.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Der Fadenwurm C. elegans eignet sich besonders gut, um im Labor Entwicklungsprozesse zu untersuchen.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Ein gemeinsames Team von Zoologischem Institut der CAU und Kieler Forschungswerkstatt führte die Projekttage gemeinsam durch, mit im Bild die Organisatorinnen Dr. Carola Petersen (Zoologie, 2.v.r.) und Katrin Kruse (Forschungswerkstatt, ganz rechts).
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Am dritten Projekttag nahmen Schülerinnen und Schüler der Flensburger Auguste-Viktoria-Schule das Angebot der Forschungswerkstatt wahr.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Kontakt:
Katrin Kruse
Kieler Forschungswerkstatt
Tel.: 0431-880-5914
E-Mail: info@forschungs-werkstatt.de

Prof. Hinrich Schulenburg
Sprecher „Kiel Evolution Center“ (KEC)
Zoologisches Institut, CAU Kiel
Tel.: 0431/880-4141
E-Mail: hschulenburg@zoologie.uni-kiel.de

Weitere Informationen:
Kieler Forschungswerkstatt:
www.forschungs-werkstatt.de

Forschungszentrum „Kiel Evolution Center“, CAU Kiel:
www.kec.uni-kiel.de

„Evolution“ im „life:labor“ der Kieler Forschungswerkstatt:
www.forschungs-werkstatt.de/lifelabor/evolution-arbeiten-mit-dem-modellorganismus-caenorhabditis-elegans/



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Text / Redaktion: ► Christian Urban