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Pressemeldung Nr. 407/2016 vom 06.12.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

46 Klimakammern der Kieler Universität in Dienst gestellt


Reispflanzen unter Beobachtung: Von den Überlebenskünstlern wollen Kieler Biologinnen und Biologen lernen, wie Pflanzen bei Hochwasser überleben können. Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Extreme Temperaturschwankungen, Hoch- und Niedrigwasser, vollkommene Dunkelheit oder helles Sonnenlicht: Pflanzen müssen in der Natur den widrigsten Umständen trotzen. Das gelingt einigen besser als anderen. Um die Überlebensstrategien von Pflanzen zu verstehen, ihre Eigenschaften zu bestimmen und im Biologiestudium an der Pflanze lehren zu können, um an Pilzen, Algen und tierischen Organismen lehren und forschen zu können, benötigt die Wissenschaft sogenannte „Klimakammern“. Nach mehrjähriger Bauzeit wurden für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) jetzt 46 neue Kammern fertiggestellt. Hierfür wurden insgesamt 7 Millionen Euro Landesmittel durch die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) verbaut. Hergestellt wurden die Klimakammern von der Firma Johnson Controls Inc.

Anlässlich der Einweihung der Kammern am Dienstag, 6. Dezember, sagte CAU-Vizepräsidentin Karin Schwarz: „Die Errichtung der neuen Klimakammern hat viel Zeit gekostet. Im Namen des Präsidiums danke ich den Beteiligten für ihr Durchhaltevermögen und dem Land für die Finanzierung. Jetzt freue ich mich auf die Forschungsergebnisse, die aus den Klimakammern erwachsen!“ Professor Frank Kempken, Leiter der Sektion Biologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der CAU beschrieb die lange Geschichte der Biologie in Kiel, die mit 21 Abteilungen und zahlreichen Forschungsprojekten hervorragend aufgestellt sei: „Diese Erfolge werden auch durch Klimakammern möglich, mit deren Hilfe alle Klimazonen der Welt simuliert werden können.“

In den Untergeschossen des Biologiezentrums der Uni Kiel werden Pflanzen, Algen, Pilze und tierische Organismen unter kontrollierten Bedingungen herangezogen. Bei Pflanzen können für die Erforschung von Blühereignissen oder von Pflanzenpathogenen in den Kieler Spezialanfertigungen die genaue Luftfeuchte und die Temperatur von 4 bis 40 Grad Celsius reguliert werden. Spezielle Tageslichtlampen imitieren das Sonnenlicht. Diese Einstellungen sind sowohl wichtig für die optimale Anzucht von Pflanzen und anderer Organismen als auch für die Vergleichbarkeit der Forschungsergebnisse.

Professorin Margret Sauter, auf deren Initiative die Klimakammern ersetzt wurden, forscht über die Überflutungstoleranz von Reispflanzen, die sie in den Kammern anzieht. „Wir wollen verstehen, wie Reispflanzen mit Stress durch Überflutungen umgehen, um diese Eigenschaft irgendwann auf andere Pflanzen übertragen zu können.“ In den vergangenen zehn Jahren ist die Biologin in dieser Forschungsfrage sehr weit vorangekommen. „Die Wurzeln sind der Schlüssel: Bei Überflutung verdichtet sich der Boden, der Sauerstoff wird verdrängt und die Pflanzen ersticken. Um der Erstickung zu entgehen, können Reispflanzen ihren Stoffwechsel sehr schnell umstellen und so zum Beispiel Wurzeln an ihren Sprossen wachsen lassen. Wir kennen inzwischen die Gene und Proteine, die Ausweichreaktionen wie diese möglich machen“, so Sauter.

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Arabidopsis wird oft in Forschung und Lehre als Modellpflanze verwendet.
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Einsatzbereit: Die 46 neuen Klimakammern im Biologiezentrum der Uni Kiel.
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Einweihung der neuen Klimakammern im Biologiezentrum der Uni Kiel; (von links) Margret Sauter, Frank Kempken, Wolfgang Bilger und Karin Schwarz.
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Text / Redaktion: ► Claudia Eulitz