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Pressemeldung Nr. 18/2017 vom 26.01.2017 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Inklusion und Heterogenität: Uni Kiel bereitet angehende Lehrkräfte darauf vor


Bildungsfachkräfte des An-Instituts für Inklusive Bildung vermittelten den Workshop-Teilnehmenden einen Eindruck von der Vielfalt und Individualität der Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Förderbedarfen.
Foto/Copyright: Susanne Neufeldt, Uni Kiel

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Die heterogene Schülerschaft einer „inklusiven Schule“ stellt besondere Anforderungen an Lehrkräfte und Schulen. Schülerinnen und Schüler mit nicht-deutscher Erstsprache oder Lernschwierigkeiten müssen speziell gefördert werden. Gleichzeitig sollen sehr begabte Kinder angemessen unterstützt werden. Als wichtiger Standort der Lehrkräftebildung stellt sich die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) dieser Aufgabe. In der Workshopreihe „Inklusion und Heterogenität in der Schule“ konnten Lehrende sich jetzt erstmals über neueste Erkenntnisse auszutauschen. Organisiert wurde die dreiteilige Veranstaltung vom interdisziplinären Ausschuss für Inklusion und Heterogenität am Institut für Pädagogik.

Im letzten Workshop am Freitag, 13. Januar, zeigte Dr. Friederike Zimmermann, Juniorprofessorin für Pädagogisch-Psychologische Diagnostik als Grundlage für Inklusion und Heterogenität, den Teilnehmenden, wie sie zu richtigen Urteilen kommen können. An Fallbeispielen erkannten die Gäste, dass sie Fälle individuell betrachten müssen. Zimmermann betonte: „Sowohl Kinder mit ADHS als auch Kinder mit vorwiegenden Aufmerksamkeitsschwächen brauchen sehr klare Strukturen und Regeln.“ Eine gezielte Diagnostik könne dazu beitragen, Schülerinnen und Schülern eine entsprechend ihrer Ausgangslagen geeignete Förderung zukommen zu lassen.

Professor Manfred Wegner vom Institut für Sportwissenschaft betonte, dass Inklusion nicht ohne weiteres gelingt: „Wir müssen uns Inklusion als Prozess vorstellen, der in manchen Lebensbereichen schon weit vorangeschritten ist, in anderen aber noch viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit verlangt.“ Sein Vortrag wurde ergänzt von den Bildungsfachkräften des An-Instituts für Inklusive Bildung, die ihre eigenen Erfahrungen mit inklusiven und nicht-inklusiven Schulformen reflektierten. Damit gaben sie den Workshop-Teilnehmenden einen Eindruck von der Vielfalt und Individualität der Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Förderbedarfen.

Eine wichtige Voraussetzung für den guten Umgang mit Vielfalt seien schulische Strukturen, die individuelles Lernen zuließen. Davon sind Dr. Kerstin Tschekan vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) und Professor Jörg Kilian, Sprecher des CAU-Forums für Fachdidaktik, überzeugt. Sie zeigten den Teilnehmenden Möglichkeiten der fachdidaktischen Fundierung individueller Lehr- und Lernprozesse im inklusiven Unterricht. Die CAU und das IQSH bereiten die Lehramtsstudierenden in spezifischen Programmen („Lehramt mit Perspektive“ (LeaP@CAU) und „Lehramt in Bewegung“ (CAU-LiB)) und dem neuen Praxissemester vor.

Unterstützung erhält die Kieler Universität vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus Mitteln der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Dank dieser Förderung wurden im Herbst 2016 zwei neue Juniorprofessuren für die Lehrerbildung eingerichtet. Neben Zimmermann erhielt die CAU Verstärkung durch Dr. Inger Petersen, Juniorprofessorin für „Deutsch als Zweitsprache und fachbezogene Sprachförderung“. Sie sagt: „Viele Schwierigkeiten im Fachunterricht haben nichts mit mangelnden Fähigkeiten zu tun, sondern mit fehlenden sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler.“ Gleichzeitig stelle die Mehrsprachigkeit der Schülerschaft ein Potenzial dar, das konstruktiv für Lernprozesse genutzt werden sollte. Petersen: „Ich will die angehenden Lehrkräfte für diese Aspekte sensibilisieren und sie in die Lage versetzen, bei der Planung und Durchführung ihres Unterrichts auch sprachliche Aspekte zu berücksichtigen.“

Weitere Informationen gibt es hier:
www.leap.uni-kiel.de

Kontakt:
Susanne Neufeldt
LeaP@CAU Projektkoordination (Qualitätsoffensive Lehrerbildung)
Tel. 0431/880-5173
Email: sneufeldt@uv.uni-kiel.de

Interdisziplinärer Ausschuss für Inklusion und Heterogenität
Prof. Dr. Birgit Brouer
Institut für Pädagogik der CAU
Tel. 0431/880-1283
Email: brouer@paedagogik.uni-kiel.de

Prof. Dr. Uwe Sielert
Institut für Pädagogik der CAU Kiel
Tel. 0431/880-1213
Email: Sielert@paedagogik.uni-kiel.de

Leap@CAU wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Text / Redaktion: Susanne Neufeldt/Raissa Nickel