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Pressemeldung Nr. 49/2017 vom 23.02.2017 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Workshop »Mittelgroße Forschungsschiffe« zeigt Vernetzung von Meereswissenschaften und Behörden


Mehr als 50 Forschende und Vertreter von Fachbehörden und Ministerien trafen sich heute (Donnerstag, 23. Februar) im Wissenschaftspark in Kiel zum ersten Workshop zur „Nutzung mittelgroßer Forschungsschiffe für die Kartierung des Meeresbodens in Nord- und Ostsee“. Abgeschlossene Projekte und deren Ergebnisse wurden dabei ebenso vorgestellt wie aktuelle Arbeiten im Küsten- und Schelfbereich. „Mit dem Workshop wollen wir den Austausch von Wissenschaft und Behörden fördern und zukünftige Forschungsvorhaben noch besser unter den norddeutschen Institutionen abstimmen“, sagt Professor Ralph Schneider, Direktor des Forschungsschwerpunktes Kiel Marine Science (KMS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Für die Erforschung der Ost- und Nordsee werden vor allem die sogenannten mittelgroßen Forschungsschiffe wie etwa die in Kiel beheimaten Schiffe ALKOR oder POSEIDON eingesetzt. Sie sind unentbehrliche technische Plattformen für vielfältige wissenschaftliche Untersuchungen in der Nord- und Ostsee. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind dafür oft mehrere Wochen auf See, und die Planungen für eine Expedition erfordern einen Vorlauf von bis zu zwei Jahren. Eine gut aufeinander abgestimmte Organisation der Arbeiten an Bord und Projekte ist daher unerlässlich. Die mittelgroßen Forschungsschiffe spielen vor allem für die flächenhafte Kartierung und Beobachtung des Meeresbodens eine wichtige Rolle. Gerade auf diesem Gebiet arbeiten die wissenschaftlichen Einrichtungen der norddeutschen Küstenländer in zahlreichen und meist fachübergreifenden Forschungsprojekten eng miteinander zusammen.

Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über den Aufbau des Meeresbodens, seine Beschaffenheit und seine Besiedelung mit Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen, sogenannte Geohabitate, sind wichtige Voraussetzungen für Behörden und Ministerien auf Landes- und Bundesebene zur maritimen Raumplanung. Diese beinhaltet unter anderem die Ausweisung von Nutzungs- oder Schutzgebieten und die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben zum Erhalt eines guten ökologischen Zustandes. Die erhobenen geologischen und biologischen Daten sind dabei wichtig für die Umsetzung internationaler und nationaler Richtlinien und Verpflichtungen wie die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, die Wasserrahmenrichtlinie oder die Fauna-Flora Habitatrichtlinie.

Auf dem Workshop stellten verschiedene norddeutsche Institutionen der Meeres- und Küstenforschung ein breites Spektrum an aktuellen Forschungsarbeiten und Ergebnisse abgeschlossener Projekte vor, die sich mit dem Aufbau und der Zusammensetzung des Meeresbodens im Küsten- und Schelfbereich von Nord- und Ostsee befassen. „Heute können wir, dank technisch weiterentwickelter Beobachtungs- und Vermessungstechniken, ein wesentlich detailreicheres Bild vom Meeresboden, von seinem Aufbau, seiner Beschaffenheit und seiner Besiedelung darstellen als es beispielsweise noch vor zehn Jahren der Fall war“, sagt Dr. Klaus Schwarzer vom Institut für Geowissenschaften an der Uni Kiel, der im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Kiel Marine Science an der Universität Kiel den Workshop federführend organisiert hatte.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag zum „Netzwerk Küstenforschung Schleswig-Holstein“. In diesem haben sich die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mit dem Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) und die drei norddeutschen Helmholtz-Einrichtungen Alfred-Wegener-Institut (Standorte Helgoland und List/Sylt), das Helmholtz-Zentrum Geesthacht und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel zusammengeschlossenen.

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Rund 50 Vertreter von Forschungsinstitutionen, Ministerien und Behörden trafen sich heute in Kiel zum Austausch über Kartierungsprojekte mit mittelgroßen Forschungsschiffen.
Foto: Kiel Marine Science, Friederike Balzereit

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Mittelgroße Forschungsschiffe wie die in Kiel beheimate ALKOR sind wichtige Plattformen für die flächenhafte Kartierung des Meeresbodens in Nord- und Ostsee.
Foto: Universität Kiel, Klaus Schwarzer

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Links
www.kms.uni-kiel.de - über Kiel Marine Science (KMS)
www.kms.uni-kiel.de/de/veranstaltungen - zum Detailprogramm des Workshops
www.geomar.de/zentrum/einrichtungen/wasser - zu den Forschungsschiffen Poseidon und Alkor


Kontakt
Dr. Klaus Schwarzer
Institut für Geowissenschaften
Arbeitsgruppe Küsten- und Schelfgeologie
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
E-Mail: kls@gpi.uni-kiel.de

Friederike Balzereit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und Kiel Marine Science (KMS)
E-Mail: fbalzereit@uv.uni-kiel.de
Telefon: 0431-880-3032


Das Zentrum für Interdisziplinäre Meereswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel - Kiel Marine Science (KMS) bildet das Dach für den fakultätsübergreifenden meereswissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt an der Kieler Universität. KMS koordiniert und fördert die fakultäts- und fachübergreifend die Auseinandersetzung mit meereswissenschaftlichen Themen. Der universitäre Forschungsschwerpunkt wird dabei getragen durch die wissenschaftlichen Aktivitäten von sieben Fakultäten und mehr als 25 Forschergruppen aus den Natur-, den Sozial-, den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leisten einen Beitrag zum Verständnis der Prozesse im Ozean in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und tragen zur Entwicklung von Strategien für die nachhaltige Nutzung des Ozeans bei.



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