Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Pressemeldung Nr. 151/2017 vom 16.05.2017

Universitätsbibliothek erhält 96.000 Euro für den Erhalt des schriftlichen Kulturgutes



Zum sechsten Mal erhielten wissenschaftliche Bibliotheken in Schleswig-Holstein eine Förderung für die Erhaltung ihrer historischen Bestände von der Landesregierung. Am Freitag, 12. Mai, übergab Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer drei Förderbescheide an die Universitätsbibliothek (UB) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Mit den rund 96.000 Euro sollen Wiegendrucke aus der Frühzeit des Buchdrucks restauriert sowie weitere Werke aus der Skandinaviensammlung und Kieler Dissertationen entsäuert werden. Die Förderbescheide entgegen nahmen Dr. Kerstin Helmkamp, Leiterin der Universitätsbibliothek, und CAU-Vizepräsidentin Professorin Anja Pistor-Hatam.

„Bücher sind viel mehr, als nur ein Instrument zum Transport von Inhalten. Sie sind auch Kunstwerke und unser kulturelles Erbe. Das Projekt zur Erhaltung der historischen Bestände ist daher eine langfristige Aufgabe, die unbedingt weitergeführt werden sollte“, betonte Fischer anlässlich der Bescheidübergabe. Für die langjährige Unterstützung bedankte sich Professorin Pistor-Hatam im Namen der Universität: „Wir möchten unsere historischen Schätze nicht nur aufbewahren, sondern sie auch der Öffentlichkeit zeigen und der Wissenschaft zur Verfügung stellen können. Deshalb sind wir sehr dankbar für die Förderung durch die Landesregierung, die die notwendige Aufbereitung der Werke ermöglicht.“

Im Laufe der vergangenen Jahre konnte die Universitätsbibliothek eine Vielzahl von Werken restaurieren lassen. Von den insgesamt 371 wertvollen Wiegendrucken aus dem Besitz der Universität sollen 20, alles Inkunabeln aus der Zeit vor 1500, mithilfe der Fördermittel restauriert werden. Die ersten sind bereits wieder zurück im Bestand. Die Reinigung, die Schließung von Rissen und die Reparatur der Einbände dienen dabei lediglich der Konservierung des Ist-Zustandes. Es werden keine fehlenden Stellen rekonstruiert oder ersetzt.

„Zusätzlich zur Restaurierung der Wiegendrucke kann unser Langzeitprojekt, die Entsäuerung der Skandinaviensammlung, voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen werden“, freut sich Klára Erdei, von der Stabsstelle Altbestand und Bestandserhaltung der UB. Seit 2007 wurden rund 28.000 Bände der umfangreichen Sammlung vor dem Zerfall gerettet. Die Sammlung umfasst etwa 150.000 Werke zur Sprache, Literatur, Geschichte, Kulturgeschichte und Landeskunde der Nordischen Länder. Nach Abschluss der Skandinaviensammlung wird die Slesvico-Holsatica-Sammlung entsäuert werden. Sie umfasst in Schleswig-Holstein erschienene Bücher oder Werke über Schleswig-Holstein.

Auch die Digitalisierung von Altbeständen ist ein wichtiges Arbeitsfeld, das neben der Instandsetzung historischer Werke nicht zur kurz kommen darf, betonte die neue Leiterin der Universitätsbibliothek, Dr. Kerstin Helmkamp: „Die Digitalisierung von Unikaten wird weiter vorangetrieben, dies dient nicht nur der Langzeitarchivierung und der freien Verfügbarkeit. Sie ist auch eine Art Bestandsschutz. Denn nicht immer ist es für die Wissenschaft notwendig, ein Originalwerk in den Händen zu halten, wenn der Inhalt digital verfügbar ist. Und je geringer die mechanische Beanspruchung eines Werkes ist, desto länger hält seine Konservierung an.“ Im Falle der restaurierten Inkunabeln gehen die Expertinnen und Experten davon aus, dass die Konservierung die Werke bei fachgerechter Lagerung mindestens 500 Jahre schützen wird.

Auch die Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft erhielt ihren Förderbescheid am Freitag, 12. Mai. Presseinformation „Die ZBW erhält Mittel zur Originalerhaltung“ unter: www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-151-zbw.pdf

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Übergabe der Förderbescheide: Drei fertig restaurierte Wiegendrucke, darunter eine Erstausgabe von 1488. Sie enthalten zahlreiche Holzstiche, kunstvolle Rubrikationen und Initialen. Von links nach rechts: Rolf Fischer, Kerstin Helmkamp (UB), Anja Pistor-Hatam (CAU), Monika Zarnitz (ZBW), Klará Erdei (UB) und Rainer Horrelt (UB).
Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

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Die Buchbindermeisterin und diplomierte Restauratorin Anja Steinhauer bearbeitet in der Buchbinderei der Universitätsbibliothek historische Werke. Hier arbeitet sie an einem neuen Buchrücken. Das angefeuchtete Leder wird dabei mit einem Faden entlang der Rückenstege eingespannt. Nach einer mehrstündigen Trocknungszeit nimmt das Leder die Kontur des Buchrückens dauerhaft an. Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

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Text / Redaktion: ► Claudia Eulitz