Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Pressemeldung Nr. 252/2017 vom 07.08.2017

Erste Walther Schücking-Vorlesung an der Uni Kiel

Cambridge-Professor Philip Allott spricht über neue Lösungsansätze im Internationalen Recht


Das Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) lädt am Freitag, 18. August, um 16:15 Uhr zur ersten Walther Schücking-Lecture ein. Gastredner ist der Cambridge-Professor Philip Allott. Allott ist bekannt für seine bahnbrechende Kritik am momentanen Völkerrecht und für seine utopisch inspirierten Neuansätze für das Internationale Recht. In seiner jüngsten Monographie „Eutopia“ (Edward Elgar, 2016) zeichnet er ein düsteres Bild der internationalen „Nicht-Gemeinschaft“. Nicht-Freundschaft herrsche zwischen Staaten. Ein Zustand, der am Ende Millionen Menschen das Leben kosten und viele Länder ruinieren könnte. In der Walther Schücking-Lecture greift Allott diese Themen auf und beschreibt, wie sich das Völkerrecht jenseits von „war and diplomacy“ (deutsch: „Krieg und Diplomatie“) denken ließe. Seine fortschrittlichen und pazifistischen Ideen stehen in der Tradition des ehemaligen Direktors des Instituts Walther Schücking (1875-1935). Vortragssprache ist Englisch. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. „In Zukunft wird das Walther-Schücking-Institut regelmäßig renommierte Völkerrechtlerinnen und -rechtler zu einem Vortrag im Geiste des Vermächtnisses unseres Namensgebers einladen“, kündigte der Geschäftsführende Institutsdirektor Professor Andreas von Arnauld an.


Das Wichtigste in Kürze:
Was: 1. Walther-Schücking-Lecture
Wann: Freitag, 18. August, 16:15 Uhr
Wo: Christian-Albrechts-Universität, Alter Hebbel-Hörsaal (Raum 201), Olshausenstraße 40, 24118 Kiel

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Walther Schücking (1875 bis 1935) war als erster und einziger Deutscher von 1931 an bis zu seinem Tod Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag.
Foto/Copyright: Bildarchiv Foto Marburg, www.bildindex.de, Aufnahme-Nr. Z 14.767.

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Kontakt:
Jens Theilen
Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Tel.: +49 (0)431/880-1092
E-Mail: jtheilen@wsi.uni-kiel.de



Professor Philip Allott
Philip Allott ist emeritierter Professor für Internationales Recht an der University of Cambridge und Mitglied des Trinity College, Cambridge. Von 1960 bis 1973 war er Justiziar im Britischen Außenministerium, zwischen 1965 und 1968 Justiziar der Britischen Militärregierung in Berlin und von 1972 bis 1973 Rechtsberater der Permanenten Repräsentanz Großbritanniens bei der Europäischen Union. Allott publizierte Schriften und Aufsätze zum Internationalen Recht und hatte zahlreiche internationale Gastprofessuren inne.

Walther Adrian Schücking: Frieden durch Recht und internationale Organisation
Walther Schücking (1875 bis 1935) war liberaler Politiker, Völkerrechtler, Pazifist und als erster und einziger Deutscher von 1931 bis zu seinem Tod Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Sein Berufsleben als Wissenschaftler, Politiker und später Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof widmete er dem Kantianischen Gedanken von Friede durch Recht und internationale Zusammenarbeit. Mit seiner Berufung zum außerordentlichen Professor in Breslau war Schücking seinerzeit der jüngste Professor in Preußen. Früh trat er in die Deutsche Demokratische Partei (DDP) ein und war schon vor der Machtübernahme nationalsozialistischen Anfeindungen ausgesetzt. Am 25. April 1933 wurde Schücking beurlaubt. Er starb 1935 in Den Haag. Das 1914 in Kiel gegründete „Institut für Internationales Recht“ wurde 1995 zur Erinnerung an seinen berühmten früheren Direktor, der sich stets dem Gedanken der internationalen Friedensordnung und Völkerverständigung verbunden gefühlt hatte, in „Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht“ an der Universität Kiel umbenannt.



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