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Pressemeldung Nr. 253/2017 vom 04.08.2017 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Archaeo Lounge: Mit der Kieler Archäologie unterwegs in Moldawien

Comic-Zeichner Jonas Fischer begleitet archäologische Ausgrabungen im Blog


Wer schon immer einmal bei einer archäologischen Grabung dabei sein wollte, hat von Sonnabend, 5. August, die Möglichkeit dazu. Der Zeichner Jonas Fischer, Student an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, begleitet von dann an Archäologinnen und Archäologen des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1266 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) auf eine Expedition nach Moldawien. Dort werden die Überreste einer 6000 Jahre alten Siedlung untersucht. Seine Erlebnisse und Eindrücke vom Ausgrabungsalltag hält Fischer mit schnellem Strich in Zeichnungen fest, die täglich in der Archaeo Lounge, dem Blog des SFB 1266, verfolgt werden können. So erhalten Interessierte Einblicke der etwas anderen Art in dieses spannende Tätigkeitsfeld. Zum Jahresende soll das Grabungstagebuch als Graphic Novel in gedruckter Form erscheinen.

Die Reise führt zu der kupferzeitlichen Großsiedlung Stolniceni im Herzen Moldawiens, die in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Scoala Antropologica Superioara in Chisinau, Moldawien, erforscht wird. Die sogenannte Mega-Site gehört zur Tripolje-Cucuteni Kultur, die sich im Zeitraum 5000 bis 2700 v. Chr. auf dem heutigen Gebiet der Ukraine, Moldawiens und Rumäniens ausbreitete. Diese Gesellschaften erschufen Europas erste „Metropolen“: Siedlungen mit bis zu 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die sich über Flächen von bis zu 340 Hektar (ca. 320 Fußballfelder) erstreckten. Für Comiczeichner Fischer ist es die erste archäologische Grabung: „Ich bin gespannt auf das, was mich erwartet“, blickt der Künstler voraus auf die fünfwöchige Expedition, die am 6. August beginnt. Zeichnungen von Fischer sind ab Sonnabend, 5. August, täglich unter www.archaeo-lounge.com zu sehen.

Neben archäologischen Neuigkeiten können Gäste des Blogs mit Amüsantem und Unerwartetem rechnen. Manches, was das Herz des Archäologen höherschlagen lässt, mag dabei auf Außenstehende eher befremdlich wirken: Euphorie beim Anblick von Scherben, eingebrannten Speisekrusten oder verkohltem Getreide entwickelt eben nicht jeder. Offen ist auch die Frage, ob der Forschungsalltag von Archäologinnen und Archäologen im exotischen Ausland wirklich abenteuerlich und romantisch ist. Das Aufeinandertreffen verschiedener Menschen und Kulturen und das Leben und Arbeiten auf engem Raum sind Ausnahmesituationen, die einmalige Geschichten schreiben können.

Die Idee, die Ausgrabung, die von Projektleiter Professor Johannes Müller vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU geleitet wird, von einem Comic-Zeichner begleiten zu lassen, wurde von Volker Sponholz vom Referat Kreative Stadt der Landeshauptstadt Kiel und Markus Huber, Professor für Illustration an der Muthesius Kunsthochschule unterstützt. Sie begleiteten auch die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten und gaben Tipps für das Projekt „Grabungscomic“.

Es stehen Fotos/Materialien zum Download bereit:
Bitte beachten Sie dabei unsere ► Hinweise zur Verwendung

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„Ja hier wird gerade eine Grabung vorbereitet“. Diese Zeichnung von Jonas Fischer entstand während der Expeditionsvorbereitungen.
Zeichnung/Copyright: Jonas Fischer

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www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-253-1.jpg

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Kommunikationsdesign-Student Jonas Fischer freut sich auf das bevorstehende Abenteuer.
Foto/Copyright: Angelika Hoffmann, SFB 1266

Foto zum Herunterladen:
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Mehr Informationen im Internet:
www.archaeo-lounge.com
www.sfb1266.uni-kiel.de

Kontakt:
Dr. Walter Dörfler
Institut für Ur- und Frühgeschichte
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
E-Mail: wdoerfler@ufg.uni-kiel.de
Telefon: 0431/880-4059


Der „SFB 1266: TransformationsDimensionen - Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften“ vereint transdisziplinäre Forschungstätigkeiten an acht Instituten der CAU Kiel (Geographie, Geowissenschaften, Klinische Molekularbiologie, Ökosystemforschung und Informatik, Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Philosophie) und der Johanna-Mestorf-Akademie sowie dem Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie und dem Landesmuseum Schloss Gottorf. Der SFB profitiert von langjährigen wissenschaftlichen und inhaltlichen Kooperationen der Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ und dem DFG- Schwerpunktprogramm „Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung“ (1400). Mit dem Fokus auf prähistorischen und archaischen Transformationsprozessen im Mensch-Umwelt-Wirkungsfeld ist er ein Element des Forschungsschwerpunktes SECC (Socio-Environmental-Cultural Change) der CAU Kiel, in dem die komplexen Zusammenhänge, Muster und Folgen menschlicher Aktion und veränderter Umwelt erforscht werden.
www.sfb1266.uni-kiel.de



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