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Pressemeldung Nr. 316/2017 vom 16.10.2017 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Durch vielerlei Brillen geblickt

Internationales und interdisziplinäres Projekt zur Dynamik der Städte soll verstetigt werden


Zwei Jahre lang haben sich Studierende aus Kiel und vielen anderen Teilen der Welt im Positiven wie im Negativen mit der Dynamik der Städte beschäftigt. Dieses von der EU geförderte Projekt lief so erfolgreich, dass nun ein internationaler Masterstudiengang daraus werden soll.

„Urbane Dynamiken: Globale Perspektiven für ein soziokulturelles Stadtmanagement.” So lautet der Titel des Projekts, das die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam mit den europäischen Partneruniversitäten Universidade de Santiago de Compostela und Université Paris 8 sowie der Universidad del Salvador in Buenos Aires und der Universidade Federal de Pernambuco im brasilianischen Recife realisiert hat. Innovativ war das Unterfangen laut Projektleiter Dr. Victor Ferretti vom Romanischen Seminar in vielerlei Hinsicht. Von Anfang an setzte man auf einen Mix aus klassischem, virtuellem und praxisorientiertem Lehren und Lernen, um den Transfer zwischen Forschung und Gesellschaft zu fördern.

Auch fachlich hat das Projekt Grenzen überschritten. Initiativ wurden Professor Javier Gómez-Montero vom Romanischen Seminar und Professor Rainer Wehrhahn vom Geographischen Institut, denn es ging ausdrücklich darum, das oft pulsierende und fast genauso oft chaotisch anmutende Geschehen in den Städten dieser Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. „Statistiken und Stadtpläne allein machen keine Stadt aus”, formuliert es Literatur- und Kulturwissenschaftler Ferretti. Mit dazu gehören nach seiner Überzeugung auch „all die Vorstellungen und Stimmungen, die wir nicht sehen und doch wahrnehmen”. Insofern könne neben der Geographie und der Soziologie gerade auch die Literatur dazu beitragen, ein Gespür für die Dynamiken einer Stadt zu entwickeln.

„Kernfragen, die die Zukunft der Menschen betreffen”, standen nach den Worten des Romanisten Professor Javier Gómez-Montero im Zentrum der Betrachtungen. Wie regeln die Menschen ihr Miteinander in eher noch größer werdender Vielfalt? Wie gehen sie mit ihren Konflikten um? Wie verhält es sich mit Migration in der Geschichte und auch in der Gegenwart? Damit beschäftigten sich die Studierenden nicht nur theoretisch, sondern auch in Fallstudien und erst recht innerhalb von Praktika in sozialen oder kulturellen Einrichtungen der beteiligten Städte.

Fast überall mit dabei war Cristina Portero Barcenilla, die in Kiel Spanisch und Politikwissenschaft studiert. In Kiel, Paris und Santiago de Compostela nahm sie an Workshops teil, ihr Praktikum absolviert sie demnächst im Kulturreferat der Stadt Kiel. „Ein tolles Projekt”, schwärmt die junge Frau, die sich im soziokulturellen Stadtmanagement später auch beruflich bestens aufgehoben fühlen würde.

Humangeograph Professor Wehrhahn misst einer solchen stärker sozial und kulturell orientierten Stadtpolitik eine wachsende Bedeutung bei. Nach dem Rückzug von Unternehmen aus innerstädtischen Bereichen sollten freigewordene Flächen nicht nur einer wirtschaftlichen Nachnutzung, sondern auch für verschiedenartige Kultur- und Wohnprojekte zur Verfügung stehen. Bemühungen, „öffentliche und private Räume dem global vagabundierenden Kapital zu entziehen”, sollten sogar ausdrücklich unterstützt werden, meint Wehrhahn. Nur so könnten Innenstädte auch in Zukunft attraktiv gehalten werden.

Das Projekt „Urbane Dynamiken” hat in den vergangenen zwei Jahren 750 Teilnehmende erreicht und soll verstetigt werden. Im kommenden Sommersemester soll damit begonnen werden, einen internationalen Masterstudiengang für soziokulturelles Stadtmanagement aufzubauen. Während dieses Verfahren wohl mindestens zwei Jahre dauern wird, ist eine Startup-Initiative bereits in der Anlaufphase. Ihr Ziel ist es, Existenzgründungen im kulturellen und sozialen Bereich zu entwickeln und zu erproben.

Weitere Informationen in der „unizeit“ (auf Englisch):
www.uni-kiel.de/unizeit/index.php?bid=850801&light=urban

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Victor Ferretti will sich für einen internationalen Masterstudiengang für soziokulturelles Stadtmanagement stark machen.
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Javier Gómez-Montero mit einem Heft, das die Ergebnisse des Projekts zur urbanen Dynamik zusammenfasst. Eine 400-Seiten-Publikation ist in Arbeit.
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Kontakt und weitere Informationen:
Lisei Ziesmer
Romanisches Seminar der CAU
E-Mail: ziesmer@urbandynamics.eu
Web: www.urbandynamics.eu



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Text / Redaktion: Martin Geist