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Pressemeldung Nr. 340/2017 vom 03.11.2017 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Darwintag 2017: Evolutionsforschung und die Gesellschaft von Morgen

Über 1200 Schülerinnen und Schüler folgten dem Ruf der Evolutionsforschenden an der Uni Kiel


Am heutigen Freitag, 3. November, lud das Zoologische Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam mit dem Zoologischen Museum Kiel zum neunten Kieler Darwintag ein. Schülerinnen und Schüler von Gymnasien aus ganz Schleswig-Holstein kamen ins Audimax der CAU, um faszinierende Einblicke in die Welt der Evolution zu bekommen. Thema des diesjährigen Darwintags war, wie evolutionäre Prinzipien zur Lösung gesellschaftlicher Probleme in Medizin, Landwirtschaft und Artenschutz beitragen können. Professor Thomas Bosch, Direktor am Zoologischen Institut der CAU, begrüßte die Schülerinnen und Schüler und betonte, dass die Evolutionsforschung eine Schlüsseldisziplin für das Verständnis des Lebens und seiner Entwicklung sei. Die Landesuniversität in Kiel stelle zudem eine hervorragende Adresse dar, um evolutionsbiologische Spitzenforschung im Rahmen eines Biologiestudiums hautnah zu erleben, hob Bosch hervor.

Zu Beginn stimmte Professor Hinrich Schulenburg, Sprecher des Kiel Evolution Center (KEC), auf das Thema der Veranstaltung ein: Die Ausbreitung von antibiotikaresistenten Krankheitskeimen, schwindende Fischbestände oder Ertragseinbußen im Ackerbau durch Pflanzenschädlinge gehen auf eine gemeinsame Ursache zurück. „Es ist der Mensch, der durch sein Handeln in die natürliche Selektion eingreift und den Ablauf der Evolution negativ beeinflusst“, stellte Schulenburg fest. Um den daraus entstehenden Problemen zu begegnen, kombinieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im KEC gemeinsam mit ihren Partnerinstitutionen in der Region evolutionsbiologische Grundlagenforschung mit der Anwendung evolutionärer Prinzipien. „So wollen wir Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen finden und Ergebnisse der Evolutionsforschung zum Wohle der Gesundheit, im Naturschutz oder für die Ernährungssicherheit einsetzen“, so Schulenburg weiter.

In insgesamt fünf Vorträgen verdeutlichten die Referentinnen und Referenten unter anderem von der Technischen Universität Dresden, vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön, wo evolutionäre Prinzipien lösungsorientiert angewendet werden. Als besonderer Gastredner war Klaus Reinhardt, Professor für Angewandte Zoologie aus Dresden, mit von der Partie. Er stellte vor, wie Ergebnisse aus der Evolutionsforschung bei der Bekämpfung erblicher Krankheiten helfen können. „Die Gentherapie bietet heute große Chancen, zum Beispiel indem sie durch die Kombination des Erbguts von zwei Müttern und einem Vater verhindern kann, dass Gendefekte an die Nachkommen weitergegeben werden. Gleichzeitig birgt sie in vielen Bereichen Risiken, die bislang schwer abzuschätzen sind“, betonte Klaus Reinhardt. Evolutionsexperimente im Labor durchzuführen, helfe aber dabei, Chancen und Risiken solcher Eingriffe in den Genpool und ihre evolutionären Folgen besser einschätzen zu können, so Reinhardt weiter.

Der Kieler Darwintag fand auch in diesem Jahr ein durchweg positives Echo bei den Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe, die überwiegend Biologie im Rahmen eines naturwissenschaftlichen Abitur-Profils belegt haben. Die 18-jährige Anna-Lisa Tietz vom Küstengymnasium in Neustadt sagte, sie interessiere sich besonders für die Anwendung biologischer Forschungsergebnisse zum Beispiel in der Medizin und die damit verbundenen philosophischen und ethischen Fragen. Ihr Mitschüler, der ebenfalls 18-jährige Marvin Schmidtke, betonte, dass der heutige Besuch ihm gezeigt habe, wie Vorlesungen an der Universität ablaufen. Er plane, nach seinem Abitur ein naturwissenschaftliches Studium aufzunehmen. Das Interesse des jungen Publikums zeigte erneut, dass Formate wie der Darwintag an der CAU eine wichtige Rolle dabei spielen, Jugendliche bereits früh für die Wissenschaft zu begeistern.

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Die Vortragenden des Darwintags, im Bild Dr. Olivia Roth vom Geomar, konnten erneut vor vollbesetztem Audimax der CAU sprechen.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Professor Hinrich Schulenburg (links) vom Kiel Evolution Center (KEC) und Dr. Dirk Brandis vom Zoologischen Museum Kiel organisierten gemeinsam mit ihrem Team den neunten Kieler Darwintag.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Professor Thomas Bosch, Direktor am Zoologischen Institut der CAU, begrüßte die Schülerinnen und Schüler und warb für das Biologiestudium in Kiel.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Mit über 1200 Schülerinnen und Schülern aus ganz Schleswig-Holstein fand der Darwintag an der CAU auch 2017 großen Anklang.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Klaus Reinhardt, Professor für Angewandte Zoologie an der TU Dresden, zeigte, wie die Evolutionsforschung bei der Bekämpfung erblicher Krankheiten helfen könnte.
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Mit großem Interesse dabei: Anna-Lisa Tietz und Marvin Schmidtke vom Küstengymnasium in Neustadt.
Foto: Christian Urban, Universität Kiel

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Kontakt:
Prof. Hinrich Schulenburg
Sprecher „Kiel Evolution Center“ (KEC), CAU Kiel
Tel.: 0431-880-4141
E-Mail: hschulenburg@zoologie.uni-kiel.de

PD Dr. Dirk Brandis
Leitung Zoologisches Museum Kiel
Tel.: 0431/880-5170
E-Mail: brandis@zoolmuseum.uni-kiel.de

Weitere Informationen:
Programm „Darwintag 2017“:
www.kec.uni-kiel.de/downloads/Newsletter_Darwin2017.pdf

Forschungszentrum „Kiel Evolution Center“, CAU Kiel:
www.kec.uni-kiel.de

Zoologisches Museum Kiel, CAU Kiel:
www.zoologisches-museum.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Christian Urban