Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Pressemeldung Nr. 344/2017 vom 06.11.2017

Bild und Sprache – Sprache und Bild

Ein Lehr-Lern-Experiment der Studienfächer Kunst, Profil Lehramt, Kunstgeschichte und Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik, durchgeführt im Wintersemester 2017/18.


„Die Fächer Deutsch und Kunst sind eine Art Traumpaar“, betonte der zur Auftaktveranstaltung des Projektes „Bild und Sprache – Sprache und Bild“ eingeladene Professor Alexander Glas (Universität Passau) vergangene Woche an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, „doch wie bei jedem Traumpaar stellt sich erst im Alltag heraus, ob es auch für eine gute Ehe reicht.“ Was haben Bild und Sprache gemeinsam? Dieser Frage ging der Gastredner vor etwa sechzig Studierenden der Fächer Kunst, Kunstgeschichte oder Deutsch nach, stellte die verschiedenen fachspezifischen Zugänge zu den in diesen Fächern dominierenden Fachgegenständen „Bild“ und „Sprache“ heraus und betonte die besondere Notwendigkeit interdisziplinärer Herangehensweisen, die mit diesem Lehr-Lern-Experiment ermöglicht wird. Insgesamt vier Seminare der Kunstgeschichte, der Kunstdidaktik und der Germanistischen Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik befassen sich hierfür mit „Bild und Sprache – Sprache und Bild“ und bieten den Studierenden die Möglichkeit, in fächerübergreifenden Kleingruppen forschend zu lernen.

Zwar scheint es auf den ersten Blick klar zu sein, dass das Fach Kunst für das „Bild“ zuständig ist, während das Fach Deutsch die „Sprache“ vertritt; doch bei genauerer Betrachtung stehen Bild und Sprache in einem Spannungsverhältnis zueinander, das in beiden Fächern thematisiert werden muss. Zahlreiche Fragstellungen scheinen unbeantwortet: Mit welchen sprachlichen Mitteln erfassen Schülerinnen und Schüler beispielsweise Bilder der Moderne? Warum werden Bilder wie „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818) von Caspar David Friedrich als Schreibanlass in Schulbüchern des Faches Deutsch abgedruckt? Wie sollten Gespräche mit Lernenden über Bilder geführt werden, damit die Sprache zum Erkenntnisgewinn beiträgt? Wie setzen sich Künstlerinnen und Künstler in ihren Arbeiten mit dem Verhältnis von Bild und Sprache auseinander und wie können diese Phänomene für den Unterricht in den Fächern nutzbar gemacht werden? Mit diesen und anderen Fragestellungen wurden die Studierenden im Anschluss an den Vortrag konfrontiert, diskutierten diese gemeinsam mit dem Referenten, den Dozentinnen und Dozenten, und fanden sich nach Interesse in interdisziplinären Teams für die vertiefende Arbeit zusammen. Weitere Vorträge und Workshops externer Referentinnen und Referenten ergänzen das interdisziplinäre Arbeiten. Am 26. Januar 2018 findet schließlich ein gemeinsamer Studientag statt, der den Abschluss des aus dem PerLe-Fonds für Lehrinnovation geförderten Lehr-Lern-Experiments darstellt. Die Studierenden stellen hier ihre Ergebnisse in Form einer Poster-Präsentation vor und diskutieren mit Expertinnen, Experten und interessierten Gästen.

Die primär an diesem Projekt beteiligten Lehrenden sind Dr. Tobias Heinz (Didaktik der deutschen Sprache) vom Germanistischen Seminar sowie Martina Ide, Friederike Rückert (beide Kunstdidaktik) und Dr. Susanne Schwertfeger (Kunstgeschichte) aus dem Kunsthistorischen Institut. Unterstützt werden diese von Professor Jörg Kilian (Didaktik der deutschen Sprache) und Dr. Diana Maak (Deutsch als Zweitsprache und fachbezogene Sprachförderung, für Professorin Inger Petersen) vom Germanistischen Seminar, die ihre Expertise zur „Sprachkompetenz“ und zur „Durchgängigen Sprachbildung“ in die Seminare einbringen.

Weitere Informationen unter:
www.kompetenzzentrum-kunstpaedagogik.uni-kiel.de

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Bilder wie „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818) von Caspar David Friedrich als Schreibanlass in Schulbüchern des Faches Deutsch abgedruckt. Foto: Wikimedia/gemeinfrei

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