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Pressemeldung Nr. 348/2017 vom 09.11.2017 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Gesundheit aus interorganisationaler Perspektive

Teilprojekt in Kiel gestartet


Wie können wir gesundes Arbeiten gestalten? Und wer trägt dafür die Verantwortung? Diesen Fragen widmen sich die Arbeitsgruppe Medizinethik um Professorin Alena Buyx und Eva Kuhn sowie der Lehrstuhl für Praktische Philosophie um Professor Ludger Heidbrink und Sebastian Müller von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) im Projekt GESIOP (Gesundheitsmanagement aus inter-organisationaler Perspektive durch Einbeziehung von Kunden und Kooperationspartnern). Gefördert wird das Verbundprojekt zwischen den Universitäten Kiel und Hamburg, Die Verbraucherinitiative e.V., Hamburger Hafen und Logistik AG, BAUR GmbH und tegut… GmbH & Co. KG, durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Gestern (Mittwoch, 8. November) trafen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen mit den Praxisvertretern zum dritten Verbundtreffen in Kiel.

„GESIOP hebt insbesondere die Verantwortung für die Gesundheit aller am Wirtschaftsleben Beteiligter hervor“, betont die Medizinethikerin Alena Buyx: „Bisher werden Gesundheitsfragen größtenteils mit dem Arzt-Patienten-Verhältnis in Verbindung gebracht. Doch gerade in Unternehmen gewinnt das Thema an Brisanz: Ist es ethisch vertretbar, dass Unternehmen ihren Mitarbeitenden verstärkt Fitness- und Ernährungsseminare anbieten? Wie kann gewährleistet werden, dass beispielsweise die Daten eines Schrittzählerwettbewerbs nicht bei der nächsten Beförderung hinzugezogen werden? Oder auch: Auf welche Weise können Konsumenten beurteilen, welche Unternehmen (keinen) Wert auf die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden legen, und dementsprechend ihre Kaufentscheidung treffen?“. Darauf werde sich das Kieler Teilprojekt fokussieren und insbesondere auf die Aufgabe eingehen, betriebliches Gesundheitsmanagement als unternehmerische Verantwortung zu stärken und in das Konzept der sozialen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility) einzubetten. Dafür führt das Team Interviews mit Unternehmen, betrieblichen Kooperationspartnern, Konsumenten und Konsumentinnen sowie Organisationen und Institutionen. In diesen werden gesundheits- und unternehmensethische Kriterien wie Verantwortung, Gerechtigkeit und Autonomie entlang der Wertschöpfungskette diskutiert und Konzepte für ihre bessere zukünftige Verankerung entwickelt.

„Ethische Erwägungen spielen heute in Unternehmen eine zentrale Rolle. Was sich als Wahrnehmung sozialer Verantwortung im Bereich der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes etabliert hat, kann nach unseren bisherigen Erkenntnissen auch auf das betriebliche Gesundheitsmanagement übertragen werden. Um diese Entwicklung in Zukunft zu fördern, müssen alle Beteiligten von den Mitarbeitenden und Führungskräften über die Kooperationspartner und Konsumenten bis zu Verbänden und Organisationen im Arbeits- und Gesundheitssektor eingebunden werden“, ergänzt der Professor für Praktische Philosophie Ludger Heidbrink.

Das Projekt GESIOP (Gesundheitsmanagement aus inter-organisationaler Perspektive durch Einbeziehung von Kunden und Kooperationspartnern) läuft über 3 Jahre.

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Gestern (Mittwoch, 8. November) trafen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen mit den Praxisvertretern zum dritten Verbundtreffen in Kiel. Foto: Irene Colombi

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Weitere Infos unter:
http://gesundearbeit-mega.de/projekt/gesiop


Kontakt:
Sebastian Müller
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Lehrstuhl für Praktische Philosophie
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Telefon: 0431/880-2829
E-Mail: mueller@philsem.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Claudia Eulitz