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Pressemeldung Nr. 377/2017 vom 27.11.2017 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Auf den Spuren des Johannes Brahms

Die Brahms-Gesamtausgabe präsentiert neue Bände


Das kompositorische Gesamtwerk des Johannes Brahms erschließen und nach heutigen wissenschaftlichen Maßstäben aufarbeiten, so lautet das Konzept der Forschungsstelle der Johannes Brahms Gesamtausgabe (JBG) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Am Freitag, 24. November, übergab der Projektleiter Professor Siegfried Oechsle die drei 2016/2017 herausgebrachten Bände an Staatssekretär Oliver Grundei vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein. Insgesamt sind somit 27 von etwa 68 geplanten Bänden fertiggestellt. Ein zahlreiches, internationales Publikum war im Bach-Saal der Universität erschienen, um die Zeremonie und klingende Präsentation der edierten Kompositionen zu verfolgen.

In seiner Begrüßungsrede betonte Oechsle die weitreichende Bedeutung der JBG: „Eine wissenschaftlich-kritische Edition von Johannes Brahms wie die an der Kieler Universität ist nicht nur regional und national, sondern weltweit sichtbar. Denn sie bietet die qualitativ konkurrenzlose Grundlage für das Studium und die Aufführung seiner Kompositionen.“ Ebenso stolz zeigte sich der Staatssekretär in seinem Grußwort: „Wer sich mit Brahms beschäftigt, kommt an Schleswig-Holstein und dem Norden nicht vorbei!“

Die Bände, welche von Katrin Eich von der Kieler Forschungsstelle sowie den externen Herausgeberinnen Katharina Loose-Einfalt (Wien) und Valerie Woodring Goertzen (New Orleans) innerhalb der vergangenen zwei Jahre vorgelegt wurden, beinhalten folgende Editionen: Das Horntrio op. 40 und das Klarinettentrio op. 114, die Streichsextette Nr. 1 B-Dur op. 18 und Nr. 2 G-Dur op. 36 sowie ein- und zweihändige Klavierbearbeitungen von Werken anderer Komponisten.

Aufgrund unerschlossener, oft fragmentarischer Werkquellen gestaltet sich die philologische Forschung zu Brahms‘ Schaffen mitunter als anspruchsvolle Spurensuche. So präsentierten Katharina Loose-Einfalt und der wissenschaftliche Mitarbeiter Michael Struck die Entdeckung eines lange unbekannten Albumblattes in a-Moll. Wie sich herausstellte, handelte es sich hierbei um einen Vorläufer des Scherzo-Trioteils aus dem zwölf Jahre später erschienenen Horntrio op. 40, der zur weiteren historisch-kritischen Aufarbeitung der Komposition herangezogen wurde. Auch die Entdeckung verschollen geglaubter Stimmen-Stichvorlagen der Streichsextette begünstigte die Kieler Forschungsarbeit. „Für uns sind die handschriftlichen Stichvorlagen wichtige Bausteine, um den Weg zum Erstdruck zu dokumentieren“, freute sich Katrin Eich.

Die Überreichung der Bände wurde durch musikalische Beiträge und Moderation veranschaulicht. Hierbei wirkten mit: Michael Struck, Johannes Behr, Katrin Eich und Jakob Hauschildt vom Team der Kieler Forschungsstelle sowie UMD Professor Bernhard Emmer (Chorleitung/Orgel) mit dem Vocalensemble der CAU, Sofja Gülbadamova und Anna Theresa Struck-Berghäuser (Klavier).

Die überreichten Bände:
Horntrio op. 40 und Klarinettentrio op. 114, hrsg. von Katharina Loose-Einfalt (Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen, Wien), München 2016.

Streichsextette Nr. 1 B-Dur op. 18 und Nr. 2 G-Dur op. 36, herausgegeben von Katrin Eich (Brahms-Forschungsstelle Kiel), München 2017.

Ein- und zweihändige Klavierbearbeitungen von Werken anderer Komponisten, herausgegeben von Valerie Woodring Goertzen (Loyola University, New Orleans), München 2017.

Weitere Informationen zur Johannes Brahms Gesamtausgabe:
www.brahmsausgabe.uni-kiel.de

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Siegfried Oechsle (rechts) übergab Staatssekretär Oliver Grundei (links) die neusten drei edierten Bände der JBG.
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Bisher erschienene Bände der JBG wurden im Rahmen der Veranstaltung ausgestellt.
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Die Veranstaltung wurde Michael Struck anlässlich seines 65. Geburtstages gewidmet. Als langjähriger, wissenschaftlicher Mitarbeiter, war er Teil der Pilotprojekte zur Vorbereitung der JBG, hat maßgeblich an der Ausgabe mitgewirkt und dessen Konzeption geprägt. Struck ist Preisträger des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau (2009) und Mitpreisträger des Brahms-Preises der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein, den die Forschungsstelle im Jahr 2010 erhielt.
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Bei der Johannes Brahms Gesamtausgabe (JBG) handelt es sich um ein seit 1991 laufendes wissenschaftliches Editions- und Forschungsprojekt, welches die Bände in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien herausgibt und dem Brahms-Institut der Lübecker Musikhochschule eng kooperiert. Es wird vom Land Schleswig-Holstein, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanziert. Gefördert wird das Projekt durch die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, vertreten durch die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Es soll bis voraussichtlich 2026 fertiggestellt werden. Nach bisheriger Planung reicht die Projektlaufzeit bis 2026.



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Text / Redaktion: Victor Sebelefsky