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Pressemeldung Nr. 31/2018 vom 14.02.2018 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Altbundespräsident Joachim Gauck erhält Ehrendoktorat


Altbundespräsident Joachim Gauck erhält im Oktober die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät Kiel.
Foto: Bundesregierung/Jeco Denzel

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Die Theologische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) verleiht Altbundespräsident Joachim Gauck die Ehrendoktorwürde. Den Beschluss fasste der Konvent der Fakultät bereits vergangenen Oktober. Die Auszeichnung wird Gauck am 29. Oktober in einer Feierstunde an der Kieler Universität verliehen. Joachim Gauck habe in seinen historiographischen Überlegungen nicht nur Erinnerungskultur gestaltet, sondern auch theologisch intensiv über den Umgang mit Schuld nachgedacht, begründet Dekan Professor Andreas Müller die Entscheidung. Insbesondere sein auch theologisch reflektierter Umgang mit Geschichte, der in zahlreichen Ansprachen und Aufsätzen des ehemaligen Bundespräsidenten seinen Niederschlag fand, hat die Theologische Fakultät dazu bewegt, dem Altbundespräsident die Ehrendoktorwürde zu verleihen. „Darüber hinaus erscheint uns seine gesellschaftspolitische und sozialethische Beschäftigung mit der Freiheit als Grundbestand unserer demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung von herausragender Bedeutung. Diese deckt sich mit dem Einsatz der Kieler Theologischen Fakultät im Bereich Religion und Ethik. All dies macht Joachim Gauck zu einem sehr geeigneten und würdigen Kandidaten für diese besondere Auszeichnung unserer Fakultät“, sagte Müller.

Auszeichnungswürdig sei auch der Einsatz des ehemaligen Pfarrers und späteren Politikers für eine Umsetzung von public theology, betont Müller weiter. Dies passe gut zum eigenen Bemühen der Fakultät, Theologie in und für die Öffentlichkeit zu betreiben. Gauck studierte Theologie und arbeitete von 1967 bis 1989 als Pfarrer im Bereich der heutigen Nordkirche. Schon in dieser Zeit bemühte er sich um eine intensive Verbindung von Religion und Öffentlichkeit. So organisierte er 1983 und 1988 den regionalen Kirchentag für den Norden der DDR in Rostock. Dabei verknüpfte er kirchliches, politisches und öffentliches Engagement. Von 1990 bis 2000 wirkte Joachim Gauck außerdem als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen in der später umgangssprachlich nach ihm benannten Behörde. Dabei machte er sich intensiv für einen kritischen Umgang mit der DDR-Vergangenheit stark und sprach sich gegen eine Schlussstrichmentalität und die Verdrängung belastender Fakten aus der Zeit der Diktatur aus. Von 2003 bis 2012 war er Vorsitzender der bundesweit agierenden Vereinigung „Gegen Vergessen – für Demokratie“, deren Ehrenvorsitzender er heute ist. Auch nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten 2012 setzte sich Joachim Gauck nicht nur konsequent für einen demokratisch-parlamentarischen Rechtsstaat ein, sondern forderte weiter eine lebendige, ehrliche Erinnerungskultur.



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