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Pressemeldung Nr. 133/2018 vom 04.05.2018 | english version | RSS | zur Druckfassung | Suche

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Diels-Planck-Lecture 2018 geht an Maki Kawai

Kieler Nano-Forschungsschwerpunkt verleiht Auszeichnung an international herausragende physikalische Chemikerin


Der Forschungsschwerpunkt Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat heute (Freitag, 4. Mai) zum fünften Mal die Diels-Planck-Lecture verliehen. Der Preis ging an Professorin Maki Kawai, Generaldirektorin des Institute for Molecular Science im japanischen Okazaki, für ihre zentralen Beiträge in der physikalischen Chemie zu Prozessen und funktionalen Molekülen an Oberflächen. Mit der Auszeichnung ehren die rund 100 KiNSIS-Mitglieder jedes Jahr international renommierte Persönlichkeiten aus der Nano- und Oberflächenwissenschaft. Außerdem verliehen sie heute im Audimax der Kieler Universität den Promotionspreis ihres Forschungsschwerpunktes für herausragende Doktorarbeiten.

CAU-Vizepräsidentin Professorin Ilka Parchmann hob in ihrer Begrüßung die große Bedeutung interdisziplinärer Forschung bei KiNSIS hervor. Auch Preisträgerin Maki Kawai forscht über die Grenzen von Physik und Chemie hinweg an Molekülen auf Kristalloberflächen und deren Funktionsweise als Katalysatoren und winzige Maschinen. Ihre Arbeit, zu der vor allem Experimente zum Ablauf elementarer Prozesse in einzelnen Molekülen gehören, stellte Kawai bei der Preisverleihung in einem Fachvortrag vor.

„Maki Kawai leistet kontinuierlich wegweisende Beiträge zur Forschung an funktionalen Molekülen auf Oberflächen. Daneben findet sie noch Zeit, viele wichtige Funktionen im japanischen Wissenschaftssystem zu übernehmen. Ihre Energie ist bewundernswert“, betonte Richard Berndt, Professor für Oberflächenphysik am Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der CAU, in seiner Laudatio.

Außerdem zeichnete der Forschungsschwerpunkt heute Dr.-Ing. Christine Kirchhof mit dem Promotionspreis für Nano Engineering aus. Ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Resonante magnetoelektrische Sensoren zur Detektion niederfrequenter Magnetfelder" erstellte die Materialwissenschaftlerin im Rahmen des Kieler Sonderforschungsbereiches (SFB) 1261 bei dessen Sprecher Professor Eckhard Quandt. Hier hat sie unter anderem entscheidend an der Entwicklung eines auf der Nanoskala hochpräzisen Herstellungsprozesses für magnetoelektrische Sensoren mitgewirkt. Diese könnten langfristig dafür eingesetzt werden, magnetische Signale des Körpers zu detektieren. „Frau Kirchhofs vielbeachtete Ergebnisse bilden das Rückgrat zahlreicher weiterer Forschungsarbeiten im SFB“, so Quandt in seiner Laudatio.

„Die heutige Verleihung dieser beiden Preise schlägt einen Bogen von der Förderung exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs bis zur internationalen Spitzenforschung an Oberflächen und funktionalen Molekülen“, unterstrich KiNSIS-Sprecher Professor Rainer Adelung abschließend die Intention der Preisverleihung.

Über die Preisträgerin Prof. Dr. Maki Kawai
Maki Kawai ist seit 2016 Director General am Institute for Molecular Science in Okazaki und seit 2004 Professorin am Institute of Advanced Materials Science der Universität Tokyo. Zuvor war sie unter anderem am Forschungsinstitut Rikagaku Kenky?jo (RIKEN). Ihr Studium der Chemie schloss sie 1977 an der Universität Tokyo ab, wo sie anschließend auch promovierte. Für ihre Forschung zu chemischen Reaktionen an Grenzflächen wurde Kawai mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter die Ehrenmedaille mit lilanem Band der japanischen Regierung (2017), der Medard W. Welch Award der American Vacuum Society (2016), die Gerhard Ertl Lecture award der Max-Planck-Gesellschaft (2015), der Mukai-Award (2012) oder das Fellowship der American Physical Society (2010).

Über die Diels-Planck-Lecture
Der Name der Auszeichnung geht zurück auf die Begründer der Kieler Nanowissenschaften, die Nobelpreisträger Max Planck und Otto Diels. Max Planck wurde 1858 in Kiel geboren und 1897 auf eine Professur für theoretische Physik an die Universität Kiel berufen. 1918 wurde ihm der Nobelpreis für Physik für seine bahnbrechenden Arbeiten in der Quantenphysik verliehen, welche die Grundlagen für die Beschreibung von Nanostrukturen bildet. Otto Diels war von 1915 bis zu seiner Emeritierung 1945 Professor für Chemie an der Universität Kiel. Zusammen mit seinem Doktoranden Kurt Alder entdeckte und entwickelte er eine der wichtigsten und leistungsfähigsten Methoden, chemische Verbindungen und Nanomaterialien herzustellen (Diels-Alder-Reaktionen). Otto Diels erhielt 1950 den Nobelpreis für Chemie.

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Professor Rainer Adelung (links), Sprecher des Forschungsschwerpunktes Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS), und Richard Berndt, Professor für Oberflächenphysik, verliehen die Diels-Planck-Lecture 2018 an Professorin Maki Kawai vom Institute for Molecular Science.

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CAU-Vizepräsidentin Professorin Ilka Parchmann betonte in ihrer Begrüßung, welche große Rolle Interdisziplinarität in der Forschungsarbeit von KINSIS spielt

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Professor Richard Berndt hob in seiner Laudatio Maki Kawais kontinuierlich wegweisende Beiträge zur Forschung an funktionalen Molekülen auf Oberflächen hervor.

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In einem Fachvortrag stellte Preisträgerin Kawai ihre Forschungsarbeiten zum Ablauf elementarer Prozesse in einzelnen Molekülen vor.

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Die Diels-Planck-Medaille wird aus einer Siliziumscheibe im Reinraum der Technischen Fakultät hergestellt.
Foto: Sebastian Maas/CAU

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Professor Eckard Quandt, Sprecher des Sonderforschungsbereiches 1261, überreichte den diesjährigen KiNSIS-Promotionspreis für Nano Engineering an Dr.-Ing. Christine Kirchhof für ihre Arbeit an der Entwicklung von Sensoren.

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Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Rainer Adelung
Sprecher KiNSIS
Telefon: 0431 / 880-6116
E-Mail: ra@tf.uni-kiel.de

Prof. Dr. Richard Berndt
Oberflächenphysik, Arbeitsgruppe „Raster-Tunnelmikroskopie“
Telefon: 0431 / 880-3946
E-Mail: berndt@physik.uni-kiel.de
Web:www.ieap.uni-kiel.de/surface/ag-berndt

Details, die nur Millionstel Millimeter groß sind: Damit beschäftigt sich der Forschungsschwerpunkt „Nanowissenschaften und Oberflächenforschung“ (Kiel Nano, Surface and Interface Science – KiNSIS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Im Nanokosmos herrschen andere, nämlich quantenphysikalische, Gesetze als in der makroskopischen Welt. Durch eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Physik, Chemie, Ingenieurwissenschaften und Life Sciences zielt der Schwerpunkt darauf ab, die Systeme in dieser Dimension zu verstehen und die Erkenntnisse anwendungsbezogen umzusetzen. Molekulare Maschinen, neuartige Sensoren, bionische Materialien, Quantencomputer, fortschrittliche Therapien und vieles mehr können daraus entstehen. Mehr Informationen unter www.kinsis.uni-kiel.de

Sonderforschungsbereich 1261 "Magnetoelectric Sensors: From Composite Materials to Biomagnetic Diagnostics"
http://sfb1261.de



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Text / Redaktion: ► Julia Siekmann