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Pressemeldung Nr. 136/2018 vom 07.05.2018 | RSS | zur Druckfassung | Suche

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Zwei stinkende Schönheiten auf einen Streich


Foto/Copyright: Martin Nickol, Botanischer Garten Kiel

Foto zum Herunterladen: www.uni-kiel.de/download/pm/2018/2018-136-1.jpg


Im Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) schickt sich die größte Blume der Welt, die Titanenwurz, erneut zur Blüte an. Als ob die regelmäßige Pracht der Kieler Zucht nicht außergewöhnlich genug wäre, wächst sie derzeit mit zwei Blütenständen der Sonne entgegen. „Unsere Diva hatte ihre Knolle im vergangenen Herbst nach einer monatelangen Blattentwicklung geteilt. Beide Tochterknollen mit ihren 71 Kilogramm blieben aber zusammen“, berichtet der Kustos des Botanischen Gartens, Dr. Martin Nickol. Die größere Knolle zeigte bereits ihren Rüschenrock, hier war also sicher, dass eine Blüte entsteht. Die kleinere Knolle hat heute ihr Geheimnis gelüftet: Auch hier wächst ein Blütenstand heran. Erstmals wird es also nacheinander zwei blühende Stinker in einem Topf geben.

Das Wichtigste in Kürze:
Die Blüte der Titanenwurz wird für Ende dieser Woche erwartet. Der Botanische Garten ist im Mai täglich, auch am Wochenende, von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Das Victoriahaus, in dem die Titanenwurz wächst, ist als Teilbereich der Schaugewächshäuser von 9.30 bis 17.30 Uhr zu besichtigen. Weitere Informationen und Zugang zur Webcam unter: www.uni-kiel.de/nickol/Titanenwurz2018.html

Hintergrundinformationen:
2012 erblühte die Amorphophallus titanum nach über 15-jähriger Wartezeit zum ersten Mal im Botanischen Garten Kiel. Eine Blüte pro Jahrzehnt war damals in der Fachwelt noch als regelhaft angesehen worden. Als die Kieler „Diva“ am Ostersonntag 2014 zum zweiten Mal einen gewaltigen Blütenstand schob, war das sensationell. Mit der Blüte im Jahr 2016 wog die Pflanze bereits 65 Kilogramm, ein stattlicher Zuwachs von den zuvor gemessenen 43 Kilo. Erstmals hat sich die Knolle in 2018 geteilt und verspricht nun eine doppelte Blüte, die jedoch nicht so hoch wachsen wird, wie beim vorangegangenen Blühereignis.

Das eigentliche Blühspektakel wird lediglich drei Tage währen: Die Pflanze ist meist ein Nachtblüher und im Laufe eines Nachmittags wird sich ein großes Hochblatt (die Spatha) öffnen, das den großen Kolben (den Spadix), einem hochfliegenden Rüschenrock gleichend, umgibt. Die Titanwurz gibt besonders am ersten Tag in Wellen einen intensiven Duft nach verrottendem Fisch und Aas ab. Im Laufe des zweiten Blühtages schließt sich das Hochblatt allmählich. Im Laufe des dritten Tages geht das botanische Schauspiel zu Ende: Der Blütenstand beginnt zu welken und der Kolben knickt um.

Die Erkenntnisse aus anderen Blühereignissen rund um den Globus zeigen mittlerweile, dass die Blühfolge höchst unterschiedlich sein kann. Ob das mit den Kulturbedingungen in den jeweiligen Botanischen Gärten zu tun hat, mit dem Zeitpunkt der zurückliegenden Blüte oder mit verschiedenen Licht- und Temperaturverläufen, wird derzeit erforscht.

Kontakt:
Dr. Martin Nickol
Gartenkustos
Botanischer Garten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
E-Mail: mnickol@bot.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Claudia Eulitz