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Pressemeldung Nr. 140/2018 vom 08.05.2018 | zur Druckfassung | Suche

Überregionaler Austausch über Patientengespräche

Kieler Studentinnen richten Jahrestagung der Anamnesegruppen aus


Neben medizinischen Fertigkeiten ist für Studierende der Medizin auch ein sensibler Umgang bei der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten sehr wichtig. Üben können sie das Erstgespräch in Anamnesegruppen. In dieser Woche (10. bis 13. Mai) findet in Kiel das alljährliche Maitreffen von Anamnesegruppen aus Deutschland und Österreich mit rund 90 Studierenden der Medizin und Psychologie statt. Studentinnen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die die hiesigen Anamnesegruppen leiten, richten die Tagung in diesem Jahr zum Thema „Gewalt“ aus. Die finanziellen Mittel zur Ausgestaltung des Maitreffens haben sie beim Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) der CAU über den PerLe-Fonds für Lehrinnovation 2018 selbst eingeworben.

Die Anamnesegruppen, die einmal wöchentlich stattfindenden, sind studentisch organisiert. In Kleingruppen üben Studierende der Medizin und Psychologie dabei unter Anleitung von geschulten studentischen Tutorinnen und Tutoren mit einer Patientin oder einem Patienten die Anamnese. Dieses Erstgespräch dient den Ärztinnen und Ärzten zunächst dazu, für die Behandlung relevante, medizinische Informationen zu erfragen. Im Anschluss an das Patientengespräch erhalten die Gesprächsführenden von der Gruppe und den Tutorinnen und Tutoren eine Rückmeldung. Den Organisatorinnen des Kieler Maitreffens geht es aber um mehr: „Wir wollen bei den Patientengesprächen den Fokus weg von der alleinigen Krankheitsgeschichte hin zum Menschen mit und hinter seiner Erkrankung lenken und ein möglichst ganzheitliches Bild erfassen“, sagt Verena Pauly.

Das jährlich stattfindende Maitreffen dient dazu, den Austausch in den Anamnesegruppen auch überregional auszuweiten. Dabei ginge es nicht nur um Krankheiten und Therapien, sondern auch um überfachliche Themen wie Rassismus, Gender oder Vorurteile, erklärt Pauly. „Das Treffen bietet auch ein Forum für Diskussionen, um gemeinsam über schwierige Situationen im Studium ins Gespräch zu kommen und die eigene Position kritisch zu reflektieren.“ Die Organisatorinnen haben ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, bei dem die Teilnehmenden in Workshops gemeinsam mit Dozentinnen und Dozenten aus Bereichen wie dem Kinderschutz oder der Rechtsmedizin arbeiten. Vorträge über Psychoanalyse sowie Philosophie und Soziologie sollen die Teilnehmenden dazu anregen, den Blick auch über den Tellerrand zu lenken.

Zum Abschluss des Jahrestreffens der Anamnesegruppen steht am Sonntag, 13. Mai, ein öffentlicher Vortrag auf dem Programm. Der Sinologe und Medizinhistoriker Professor Paul Ulrich Unschuld, Direktor des Instituts für Theorie, Geschichte und Ethik Chinesischer Lebenswissenschaften an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, spricht in einem Vortrag über die Kommerzialisierung der Medizin. Er ist Autor des Buches „Ware Gesundheit – das Ende der klassischen Medizin“. Interessierte sind herzlich zum Vortrag von 14.00 bis 16.00 Uhr, im ALTE MU Impuls – Werk e.V., Lorentzendamm 8, eingeladen.

Weitere Informationen zum Maitreffen der Anamnesegruppen in Kiel:
www.maitreffen.wixsite.com/maitreffen-kiel

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Bildunterschrift: Die Tutorinnen der Kieler Anamnesegruppen haben das diesjährige Maitreffen organisiert. Die finanziellen Mittel dafür haben sie zuvor über den PerLe-Fonds für Lehrinnovation 2018 eingeworben. Von links: Hanna Hildesheim, Hanna Hüttermann, Henrijette Schmidt, Fleur Jendroska, Antonia Kamp, Inken Negwer, Änne Petersen, Paulina Demnitz. Vorne sitzend: Verena Pauly
Foto: privat

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Kontakt für die Medien:
Antonia Kamp
Tel.: 0152-521 31 580
E-Mail: antonia.kamp@web.de

Dr. Ann-Kathrin Wenke
PerLe, Projektkommunikation
Tel.: 0431/880-5943
E-Mail: awenke@uv.uni-kiel.de


Informationen über den PerLe-Fonds für Lehrinnovation:
Als Teil des Qualitätspakts Lehre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) lobt PerLe jährlich bis zu 100.000 Euro für Konzepte aus, die als Best Practice-Beispiele den Anstoß für innovative, zukunftsweisende Lehre an der CAU geben. Seit der Initiierung 2012 wurden aus Mitteln des PerLe-Fonds für Lehrinnovation bereits über 100 Projekte an der Kieler Universität gefördert. Auch Studierende können sich mit innovativen Ideen bewerben.

Das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen – PerLe wird von 2017 bis 2020 (unter dem Förderkennzeichen 01PL17068) aus Mitteln des Qualitätspakts Lehre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Es verfolgt das Ziel, die Qualität der Lehre und die Betreuung von Studierenden an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu verbessern. Dazu werden Maßnahmen in den Bereichen Studienorientierung und Studieneingangsphase, Berufsorientierung und Praxisbezug sowie Lehr-Lern-Qualifizierung und Qualitätsentwicklung der Lehre konzipiert und umgesetzt.



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