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Nr. 94, 31.03.2018  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Konstanz und Bewegung

Seit einer gefühlten kleinen Ewigkeit ist er das sympathische Gesicht des Kieler Hochschulsports. Das hat auch mit Herzblut zu tun. Bernd Lange, Geschäftsführer des Sportzentrums der Uni Kiel, ist überzeugt, einen der schönsten Arbeitsplätze überhaupt zu haben.


Bernd Lange im Sportforum, das er als idealen Arbeitsplatz empfindet: »Die Voraussetzungen sind dank der uni-eigenen Sportstätten perfekt. Das findet man kaum anderswo in Deutschland.« Foto:  Martin Geist

»Ich komme aus einem sportlichen Elternhaus.« So einfach erklärt Lange, wie aus ihm wurde, was er ist. Die Eltern hingen der Turnerei an, der Sohn kam übers Kinderturnen und die Leichtathletik zum Fuß­ball und als lauffreudig-defensiver Mittelfeldmann mit dem Heider SV zeitweilig in die höchste Spiel­klasse Schleswig-Holsteins.

Kein Wunder, dass Lange sein Hobby zum Ausbildungsinhalt machte und an der Uni Kiel Sport und Eng­lisch auf Lehramt studierte. Wobei es freilich nach dem Abschluss im Sommer 1980 erst einmal eher unrund lief. Plätze für ein Referendariat waren nicht ohne Wartezeiten zu ergattern, sodass sich Bernd Lange nach einer Interimsbeschäftigung umsehen musste. Da passte es, dass an der Uni gerade eine vorübergehende Stelle als Hochschulsportbeauftragter frei wurde. Bernd Lange, der schon als studentische Hilfskraft Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt hatte, schien der richtige Mann dafür und nahm den Job an. Den Wunsch, Lehrer zu werden, schrieb er damit allerdings keineswegs ab.

Doch manchmal kommt es eben anders. Über Umwege, die ihn unter anderem für ein halbes Jahr als sportlichen Entwicklungshelfer an die Universität Amman in Jordanien führten, fand Lange schließlich seinen festen Platz an der Uni Kiel. Zunächst als Abteilungsleiter und seit 2011 als Geschäftsführer des Hochschulsports arbeitet Lange in einem Job, der für ihn die perfekte Mischung aus Lehre, Management und Personalführung darstellt. »Einfach schön, diese Vielfalt, die da drinsteckt«, schwärmt er. Und fügt hinzu, wie befriedigend es sei, mit Menschen zu tun zu haben, die durchweg freiwillig kommen, um sich und ihrem Körper Gutes zu tun: »Die sind alle positiv gestimmt.«

Tatsächlich managt das Sportzentrum zwar als Dienstleister für das Institut für Sportwissenschaft eben­so wie für die Vereine der Stadt Liegenschaften, Infrastruktur und Personal, seine Hauptaufgabe ist aber der Hochschulsport. Egal ob Beschäftigte oder Studierende, alle sollen die Möglichkeit erhalten, sich ganz nach Gusto zu bewegen.

Was tatsächlich in sehr erheblichem Umfang geschieht. 5.000 bis 6.000 Hochschulangehörige nehmen pro Semester die Angebote des Hochschulsports wahr. Seit Jahren halten sich diese Zahlen sehr stabil. Das konkrete Programm hat sich dabei auch ein bisschen zu Langes eigener Überraschung in den vergangenen gut drei Jahrzehnten »gar nicht so sehr verändert«. Klassiker wie Tanzen, die verschie­denen populären Ballspiele und auch Schwimmen haben sich nicht nur gehalten, sie locken nach wie vor die meisten Teilnehmenden an.

Solche Beständigkeit ist auch denen zu danken, die als Übungsleiterinnen oder Übungsleiter am Werk sind. Fast immer melden sie sich nach Langes Angaben aus eigener Initiative. Was zur Folge hat, dass sie oft mit ansteckender Begeisterung hinter der jeweiligen Sportart stehen. »Geld spielt bei den meisten eine kleine oder gar keine Rolle«, weiß Lange und berichtet von etlichen Kursleitenden, die schon seit zwei Jahrzehnten im Beruf stehen und als Hobby immer noch die Freude am Sport vermitteln. Die personifizierte Konstanz ist nicht zuletzt Bernd Lange selbst: Der 64-Jährige wird sich im Februar kommenden Jahres in den Ruhestand verabschieden und hat es nach eigenen Worten »nie bereut, der Uni Kiel so lange die Treue gehalten zu haben«.

Schmunzelnd nimmt er nach all den Jahren zur Kenntnis, dass Sportarten, die als muffig und ange­staubt verpönt waren, plötzlich wieder sehr angesagt sind. Völkerball liegt derzeit stark im Trend, wäh­rend sich die gute alte Skigymnastik sogar konstant allergrößter Beliebtheit erfreut. In diesem Fall hat das Sportzentrum sprachlich Mut zur Moderne bewiesen und das Angebot vor einiger Zeit auf »UniFit« umgetauft.

Stabil behaupten sich auf der anderen Seite die relevanten neueren Trends. Vor allem der Fitness- und Gesundheitssport ist nicht mehr wegzudenken, berichtet Bernd Lange. Ebenfalls andauernd stark ist – in allerdings immer neuen Varianten – der Kampfsport. Dessen beliebteste Spielart stellt an der Uni Kiel das klassische Boxen dar, mithin ausgerechnet jene Disziplin, gegen die sich der Chef des Sport­zen­trums lange Zeit gesträubt hatte, weil sie ihm gar zu gewaltlastig schien. Als dann aber vor ein paar Jahren eine Studentin mit großer Begeisterung für Kurse im »Fechten mit den Fäusten« warb, ließ sich Lange überreden – und ist heute durchaus auch von den athletischen Qualitäten des Faustkampfs überzeugt.

Martin Geist
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