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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Wolfgang Freiherr von Buddenbrock-
Hettersdorff

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Professor Dr. Wolfgang Freiherr von Buddenbrock-Hettersdorff

geb. 25. März 1884 in Bischdorf/Schlesien; gest. 11. April 1964 in Mainz
Einrichtung: Zoologie


Wolfgang von Buddenbrock-Hettersdorff studiert Zoologie in Jena, bevor er in Heidelberg promoviert, sich dort auch habilitiert und schließlich 1920 eine außerordentliche Professur erhält. Noch im selben Jahr wechselt er an das Zoologische Institut in Berlin. Ab 1923 ist er Ordinarius in Kiel und gleichzeitig Direktor des Zoologischen Instituts und Museums der Christian-Albrechts-Universität.

Bei seinem Wechsel aus Berlin bringt er seinen Assistenten Mielke mit. Der Präparator, der vorher in Berlin als Assistent mit entsprechenden Bezügen gearbeitet hat, wirft von Buddenbrock eine zu niedrige Bezahlung vor. Was zuerst wie ein kleiner Zank um eine Gehaltserhöhung beginnt, eskaliert zu einem Streit, in den sich das Reichserziehungsministerium einschaltet und der von Buddenbrock schließlich seine Kieler Stellung kostet. Denn Mielke erreicht über seine Kontakte zum Oberpräsidenten, der gleichzeitig Gauleiter der NSDAP ist, die Fürsprache der Nationalsozialisten. Im Mai 1935 wendet sich von Buddenbrock hilfesuchend an den Rektor. Kurz darauf wird er aufgefordert über Mielke Bericht zu erstatten. Von Buddenbrock verliert die Nerven und beschimpft die Staatsführung als "unsauber". Obwohl sich der Zoologe später entschuldigt, schaltet sich 1936 das Reichserziehungsministerium ein und droht mit einem Dienststrafverfahren. Schließlich wird von Buddenbrock nach Halle/Saale zwangsversetzt.

1942 geht von Buddenbrock nach Wien. Nach Kriegsende hofft er vergeblich, wieder an seinen Kieler Lehrstuhl zurückkehren zu dürfen. Von 1946 bis zu seiner Emeritierung lehrt er in Mainz als Professor für Vergleichende Physiologie.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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