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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Professor Dr. Ernst Fraenkel

geb. 16. Oktober 1881 in Berlin; gest. 2. Oktober 1957 in Hamburg
Einrichtung: Indogermanistik


Von 1899 bis 1905 studiert Ernst Fraenkel an den Universitäten Bonn, Leipzig und Berlin Klassische Philologie, Sanskrit und Indogermanistik. Nach seiner Promotion folgt 1906 ein zweijähriger Studienaufenthalt in Leipzig, wo er sich intensiv mit baltischen Sprachen beschäftigt. 1909 kommt er als Privatdozent nach Kiel und wird dort 1916 außerordentlicher und 1920 ordentlicher Professor.

Nach der Machtergreifung kann der protestantisch getaufte Fraenkel als so genannter "Vorkriegsbeamter" zunächst weiter lehren, obwohl er nach dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums"(BBG) als Jude gilt. Doch mit den Nürnberger Gesetzen ändert sich dies: 1936 wird er mit 54 Jahren in den Ruhestand versetzt, die Lehrerlaubnis wird ihm entzogen. Auch wissenschaftliches Publizieren ist für ihn in Deutschland nicht mehr möglich.

Der Dekan der Philosophischen Fakultät, an der Fraenkel tätig ist, unterbreitet dem Reichserziehungsministerium den Vorschlag, den vakanten Lehrstuhl in einen für "Rassenkunde oder nordische Kulturgeschichte" umzuwandeln, was aber nicht in die Tat umgesetzt wird.

Der Sprachwissenschaftler Fraenkel, der sich unter anderem mit dem Werk "Litauisches Etymologisches Wörterbuch" große Verdienste in der Baltistik erwirbt, siedelt nach Hamburg über. Dort leitet er nach dem Krieg, von 1946 bis 1953, das Seminar für Vergleichende Sprachwissenschaften an der Universität Hamburg, bevor er mit 72 Jahren in den Ruhestand geht.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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