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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Academic Assistance Council

Eine im Mai 1933 in London gegründete Hilfsvereinigung für geflohene Wissenschaftler. 1936 ging die Organisation in der "Society for the Protection of Science and Learning" auf, die bis heute unter dem Namen "Council for Assisting Refugee Academics" existiert.
Literaturangaben: Hirschfeld, Gerhard: "The defence of learning and science ...": der Academic Assistance Council in Großbritannien und die wissenschaftliche Emigration aus Nazideutschland, In: Exilforschung 6 (1988), S. 28-43.


Ariernachweis

Bezeichnung für den notwendigen Nachweis "rein arischer" Abstammung, der laut dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums nötig war, um im öffentlichen Dienst angestellt zu werden. Mit der Ausweitung der antisemitischen Gesetzgebung wurde er für die Ausübung zahlreicher weiterer Berufe erforderlich, bis schließlich im Zuge der Nürnberger Gesetze die Vergabe der vollen Bürgerrechte an den Ariernachweis gekoppelt wurde.
Literaturangaben: Longerich, Peter: Politik der Vernichtung: eine Gesamtdarstellung der nationalsozialistischen Judenverfolgung. München 1998.


Bekennende Kirche

Eine Widerstandsgruppe innerhalb der Kirche, die sich in Opposition gegen die Gleichschaltung der evangelischen Kirche bildete. Sie trennte sich theologisch und institutionell 1934 von der nationalsozialistisch unterwanderten Deutschen Evangelischen Kirche mit den Bekenntnissynoden von Barmen und Dahlem. Die Bekennende Kirche, zu deren prominentesten Mitgliedern Martin Niemöller und Dietrich Bonhoeffer zählten, war im Dritten Reich fortwährenden Repressionen ausgesetzt, und viele ihrer Mitglieder bezahlten ihre oppositionelle Haltung mit dem Leben.
Literaturangaben: Meier, Kurt: Kreuz und Hakenkreuz: die evangelische Kirche im Dritten Reich, München 2001.


Flaggenerlass

Vom Reichsinnenministerium im April 1937 erlassene Verordnung, nach der "jüdisch versippte" Beamte in den Ruhestand zu versetzen waren. Der Name ist darauf zurückzuführen, das jüdischen Deutschen durch die Nürnberger Gesetze das Hissen der Reichsflagge verboten war. Da aus Sicht des Ministeriums das Fehlen einer nationalen Beflaggung im eigenen Haushalt für einen Beamten "auf die Dauer nicht tragbar" sei, konstruierte man hieraus die Begründung für die Entlassung.
Literaturangaben: Gruchmann, Lothar: Justiz im Dritten Reich: 1933-1940; Anpassung und Unterwerfung in der Ära Gürtner, 3. Auflage, München 2001.


Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland

Im März 1933 von Philipp Schwartz, einem in die Schweiz geflüchteten Wissenschaftler, gegründete Selbsthilfeorganisation für deutsche Akademiker im Ausland, die "ohne Rücksicht auf Rasse oder Konfession" als Vermittlungsstelle für Stellensuchende fungierte.
Literatur: Fechtinger, Johannes: Wissenschaft zwischen den Kulturen. Österreichische Hochschullehrer in der Emigration 1933-1945, Campus Fachbuch 2001.


Nürnberger Gesetze

Sammelbegriff für die auf dem Reichsparteitag der NSDAP im September 1935 in Nürnberg erlassenen, rassistischen Diskriminierungsgesetzte, die auf die gesellschaftliche Ausgrenzung derjeniger abzielten, die aus Sicht des NS-Regines als Juden galten. Insbesondere das hier enthaltene Reichsbürgergesetz (siehe auch Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz) wurde in den Folgejahren durch eine Reihe von Zusatzverordnungen weiter verschärft.
Literaturangaben: Originaltext: Reichsgesetzblatt 1935, Teil I, S. 1145-1147.
Essner, Cornelia: Die "Nürnberger Gesetze" oder die Verwaltung des Rassenwahns 1933 – 1945, Paderborn 2002.


Reichsbürgergesetz, Erste Verordnung

Eine am 14. November 1935 erlassene Ergänzung des Reichsbürgergesetzes, mit der festgelegt wurde, wer aus Sicht des NS-Regimes als Jude galt. Gleichzeitig schrieb die Verordnung die Entlassung aller noch im Dienst befindlichen jüdischen Beamten, welche in diese Kategorie fielen, bis Ende desselben Jahres fest. Die Verordnung setzte damit die Ausnahmeregelungen des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933, mit dem die Verdrängung "nicht-arischer" Beamte aus ihren Ämtern begonnen hatte, außer Kraft.
Literaturangaben: Originaltext: Reichsgesetzblatt 1935, Teil I, S. 1333-1334.
Essner, Cornelia: Die "Nürnberger Gesetze" oder die Verwaltung des Rassenwahns 1933-1945, Paderborn 2002.


Reichstauschstelle

Unterabteilung des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, die in der Weimarer Republik zum Austausch von Drucksachen eingerichtet wurde und sich im Dritten Reich an der Umverteilung von NS-Raubgut beteiligte.
Literaturangaben: Bötte, Gerd-Josef: NS-Raubgut, Reichstauschstelle und die Preussische Staatsbibliothek. Internationales Symposium der Staatsbibliothek zu Berlin, In: Bibliotheks-Magazin 3 (2007), S. 39-44.


Society for the Protection of Science and Learning

Eine Organisation zum Schutz verfolgter Wissenschaftler, die 1936 aus dem "Academic Assistance Council" hervorging. Heute "Council for Assisting Refugee Academics".
Literaturangaben: Hirschfeld, Gerhard: "The defence of learning and science ...": der Academic Assistance Council in Großbritannien und die wissenschaftliche Emigration aus Nazideutschland, In: Exilforschung 6 (1988), S. 28-43.


Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, Gesetz zur

Ein am 7. April 1933 von den Nationalsozialisten bewusst unter dieser euphemistischen Bezeichnung erlassenes Gesetz zur politischen Gleichschaltung und "Arisierung" des Beamtenapparates. Ziel des Gesetzes waren Beamte, "die nicht arischer Abstammung sind" (§ 3) und/oder "die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten" (§ 4). Durch weitere Verordnungen wurde das Gesetz in der Weise verschärft, dass auch diejenigen Beamten aus dem Dienst entlassen wurden, die in der Fassung vom 7. April unter Ausnahmeregelungen fielen, so zum Beispiel Veteranen des Ersten Weltkrieges sowie vor dem 1. August 1914 verbeamtete Personen (siehe auch Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz).
Literaturangaben: Originaltext: Reichsgesetzblatt 1933, Teil I, S. 175-177.
Longerich, Peter: Politik der Vernichtung: eine Gesamtdarstellung der nationalsozialistischen Judenverfolgung, München 1998.



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