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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Professor Dr. Bernhard Harms

geb. 30. März 1876 Detern/Ostfriesland; gest. 21. September 1939 in Berlin
Einrichtung: Weltwirtschaftslehre


Der Ökonom und Gründer des weltweit renommierten Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel, Bernhard Harms, geht nach der Schule bei einem Buchbinder in Celle in die Lehre. Danach studiert und lehrt er von 1900 bis 1906 Volkswirtschaftslehre in Tübingen. Er unternimmt mehrere Forschungsreisen in die ganze Welt, die sein Interesse an internationalen Wirtschaftsbeziehungen wecken.

1908 wird er als ordentlicher Professor für Nationalökonomie nach Kiel berufen. In den Jahren 1911 bis 1914 gründet er dort das "Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr", die seinerzeit erste Forschungsstätte für internationale Wirtschaftsbeziehungen. Zu seiner Blüte gelangt das Institut nicht zuletzt dadurch, dass Bernhard Harms es versteht, begabte junge Ökonomen nach Kiel zu holen, unter anderem Gerhard Colm, Hans Neisser und Adolph Löwe.

Am 25. April 1933 teilt das Kultusministerium mit, dass es sich eine Verfügung über den Ökonomen nach dem Gesetz zur "Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vorbehalte. Es ist den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge, dass der als "republikfreundlich" geltende Bernhard Harms in der Vergangenheit maßgeblich Einfluss auf die Besetzung von Lehrstühlen hat. Zunächst bleibt er jedoch in seinem Amt. In den nächsten Wochen kommt es aber verstärkt zu gewalttätigen Angriffen auf Mitarbeiter durch SA-Männer, und der Wissenschaftler sieht sich gezwungen, seinen Posten 1933 "freiwillig" zu räumen. Nach seiner Rückkehr von einer Forschungsreise wird ihm Ende 1934 Berlin als Wohnsitz zugewiesen, wo er 1939 stirbt.

An ihn erinnert der vom Kieler Institut für Weltwirtschaft seit 1964 alle zwei Jahre verliehene Bernhard-Harms-Preis, der für hervorragende Forschungen auf dem Gebiet weltwirtschaftlicher Forschungen verliehen wird.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].
www.uni-kiel.de/unizeit/uz-31/htm/uz_31_7e.shtml



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