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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Dr. Georg Henneberg

geb. 12. Oktober 1908 in Charlottenburg; gest. 26. Februar 1996 in Berlin
Einrichtung: Medizin


Georg Henneberg macht 1935 sein Staatsexamen in der Medizin und promoviert noch im selben Jahr, um im Anschluss daran als Volontärsassistent am Hygiene-Institut der Universität Kiel zu arbeiten. Als er seine ärztliche Zulassung beantragt, zu der auf Grund der Nürnberger Gesetze ein Abstammungsnachweis erforderlich ist, beginnen die Schwierigkeiten.

Da sein Großvater mütterlicherseits nach den NS-Regelungen als Jude gilt, wird ihm die Zulassung verweigert. Der Mediziner lässt sich nicht einschüchtern und protestiert beim Berliner Innenministerium gegen die Ablehnung. Von dort erhält er die Antwort, er müsse sich einen anderen Beruf suchen. Erst als der Direktor der Kieler Hautklinik, Victor Klingmüller, und der Heidelberger Professor Ernst Rodebach sich für ihn einsetzen, erhält er seine Approbation. Seine Bewerbung für eine Assistentenstelle am Kieler Hygiene-Institut wird jedoch abgelehnt, da er nach den Nürnberger Gesetzen als "jüdisch versippt" gilt und für eine Tätigkeit im Staatsdienst nicht in Frage käme. Er bewirbt sich im Reichsgesundheitsamt, wo er ebenfalls abgelehnt wird. Bei der Berliner Schering AG findet er schließlich Arbeit und leitet die Bakteriologische Abteilung. Auch andere Wissenschaftler, welche im Sinne der Rassengesetzgebung jüdischer Abstammung sind, werden dort beschäftigt.

Nach dem Krieg habilitiert sich Georg Henneberg 1950 an der Freien Universität Berlin. Später wird er Direktor des Robert-Koch-Instituts und lehrt an der Universität Freiburg. Von 1961 bis 1976 arbeitet er beim Bundesgesundheitsamt und wird schließlich dessen Präsident.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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