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Dr. John Herberts

geb. 31. Mai 1905 [Ort unbekannt]; verschollen seit 1934
Einrichtung: Wirtschaftswissenschaften


Nach seiner Promotion 1933 arbeitet der junge John Herberts am Kieler "Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr" als Assistent. Doch schon kurz darauf wird er wieder entlassen, weil er "nicht-arischer" Abstammung ist.

Herberts flüchtet noch im selben Monat, August 1933, nach Paris. Von dort knüpft er Kontakte ins Ausland und sucht Arbeit. Die Universität Brisbane verwendet sich für ihn bei der Rockefeller Foundation und stellt ihm eine Stelle in Australien in Aussicht. Die Referenzen, die Herberts vorweisen kann, sind ausgezeichnet. Sie stammen unter anderem von dem bedeutenden Ökonomen Adolph Löwe, der seinerzeit am "Kieler Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr" lehrte. Löwe, der 1933 nach Manchester emigrierte und dort an der Universität bis 1940 lehrt, setzt sich für ihn ein. Aber Herberts' Hoffnungen, im Ausland Arbeit zu finden, sollen sich zerschlagen. Der "Academic Assistance Council" sieht keine Möglichkeit, den Wirtschaftswissenschaftler in England zu beschäftigen, und Ende des Jahres wird ihm mitgeteilt, dass auch in Australien keine Stelle für ihn zu finden sei.

Herberts tritt daraufhin im Mai 1934 eine befristete Stelle als wissenschaftlicher Angestellter in Paris an. Dies ist die letzte Nachricht über den Wirtschaftswissenschaftler, die in den Akten der "Society for the Protection of Science and Learning" vermerkt ist, dann verliert sich seine Spur. Auch Nachfragen von Adolph Löwe, der seit Beginn des Krieges nichts mehr von ihm gehört hat, bleiben erfolglos.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.



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