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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Universität Kiel und Nationalsozialismus

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Die vertriebenen Persönlichkeiten und Wissenschaftler
der Kieler Universität






Ab 1933 waren die jüdischen Mitarbeiter der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wie ihre Kollegen andernorts den entrechtenden Maßnahmen der nationalsozialistischen Reichsgesetzgebung ausgeliefert. Insbesondere das "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" (BBG) vom 7. April 1933 und die "Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz" vom 14. November 1935 lieferten die juristische Grundlage für die Vertreibung von deutschen Juden aus öffentlichen Ämtern. Infolge dieser Bestimmungen wurden Beamte "nicht-arischer Abstammung" bis spätestens Ende 1935 pensioniert. Der "Flaggenerlaß" des Reichserziehungsministeriums von 1937 bot darüber hinaus eine Handhabe gegen Beamte, deren Partner nach dem Gesetz als "nicht-arisch" galten. Neben dem rassistischen Motiv der "nicht-arischen" Herkunft war vermeintliche oder tatsächliche politische Opposition ein weiterer Beweggrund gegen die Dozenten vorzugehen. So gerieten unter anderem bekennende Pazifisten, Befürworter der Weimarer Republik und Mitglieder linksgerichteter Parteien ins Visier der neuen Machthaber.

An der Christian-Albrechts-Universität wurden Hochschullehrer von SS- oder SA-Truppen, zum Teil unterstützt durch Zivilisten, gewaltsam von ihren Arbeitsplätzen vertrieben. Außerdem störten beispielsweise fachfremde Studenten die Vorlesungen unliebsamer Dozenten. Von einem Zwischenfall wissen wir, bei dem es zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen den Störenfrieden und denjenigen Kommilitonen kam, die ihren Dozenten verteidigten. Es gab somit auch Fälle, in denen Studenten Position für ihre Hochschullehrer bezogen. Da es in einer schleswig-holsteinischen Studentenzeitung Drohungen gegen solche "undeutsch" auftretenden Studenten gegeben hatte, sah sich ein Hochschullehrer gar in der Pflicht, zum Schutz seiner Studenten selbst seine Beurlaubung zu beantragen.

Ebenso wie einige Studenten setzten sich auch einzelne Hochschullehrer für den Verbleib ihrer Kollegen ein oder halfen diesen bei ihrer Emigration. Mehrheitlich stießen die Ungerechtigkeiten gegenüber denjenigen, die den Nationalsozialisten als "Juden" galten, oder politisch unliebsamen Universitätsangehörigen jedoch bei Studenten und Kollegen auf Gleichgültigkeit oder sogar Unterstützung.
sas

Vertriebene Gelehrte:




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