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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Professor Dr. Karl Rauch

geb. 27. März 1880 in Graz; gest. 26. Februar 1953 in Bonn
Einrichtung: Deutsche Rechtsgeschichte, Handelsrecht


Der Rechtswissenschaftler Karl Rauch lehrte bereits in Königsberg, Breslau und Jena, bevor er als Ordinarius 1932 nach Kiel kommt.

Am 25. April 1933 wird er mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Rauch selbst hegt den Verdacht, dass seine Suspendierung mit einem Prozess zusammenhängt, den er vor Jahren gegen die Weimarer Zeitung "Der Nationalsozialist" geführt hatte. Dieser Konflikt des damals als thüringischem Ministerialdirektor fungierenden Rauch mit den Nationalsozialisten könnte der Anlass gewesen sein, den politisch unliebsamen Professor am 1. Oktober 1933 nach Bonn abzuberufen. Auf seinen Kieler Lehrstuhl folgt der systemkonforme Karl August Eckhardt, der der juristischen Fakultät 1935 das Prädikat "Stoßtruppenfakultät" verleihen wird.

Da auf Karl Rauch kein Paragraph des Gesetzes zur "Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" Anwendung findet, der seine Entfernung aus dem Amt rechtfertigt, sucht man nach einer anderen Lösung. Er bleibt vorerst in Bonn, bis er 1942 eine ordentliche Professur in seiner Heimatstadt Graz erhält. 1945 ernennt man ihn dort zum Rektor, da er zu den wenigen Professoren gehört, die in keiner Beziehung zum Nationalsozialismus standen.

Nach seiner Emeritierung ist er als Honorarprofessor in Bonn tätig, wo er bis zu seinem Tod lebt.
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
Döhring, Erich: Geschichte der Juristischen Fakultät 1665-1965 (Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1665-1965, Bd.2, Teil 2). Kiel 1965.



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