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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Professor Dr. August Skalweit

geb. 21. August 1879 in Hannover; gest. 12. März 1960 in Bad Homburg
Einrichtung: Volkswirtschaftslehre


Der Volkswirtschaftler lehrt in Gießen und Bonn, bevor er 1923 eine ordentliche Professur in Kiel erhält. Zum Zeitpunkt der Machtergreifung 1933 ist er Rektor der Christian-Albrechts-Universität. Bereits Anfang Februar kommt es zu heftigen publizistischen Angriffen auf den Wissenschaftler. Ihm wird vorgeworfen, kommunistische Studenten zu protegieren. Hinter den Vorgängen steht die Kieler Studentenschaft. Einen Monat später, am 5. März 1933, legt Skalweit sein Amt als Rektor nieder.

Acht Monate später wird der Wissenschaftler an die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt/Main "versetzt" und dort zum Direktor des Seminars für Wirtschaftsgeschichte ernannt. Seine Kollegen dort kritisieren seine politische Haltung und machen ihn dafür verantwortlich, dass die Fakultät "noch außerordentlich stark in altem Fahrwasser" arbeite. Skalweits Stellung an der Frankfurter Universität scheint zu diesem Zeitpunkt gefährdet zu sein, denn sein Name taucht 1936 auf der "List of Displaced German Scholars" der Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland auf.

1941 tritt Skalweit, der immer noch an der Frankfurter Universität lehrt, in die NSDAP ein, allerdings auf äußeren Druck, wie er nach Kriegsende erklärt. Im Februar 1945 bittet er im Alter von 65 Jahren um seine Emeritierung und wird im Juli von seinen Pflichten entbunden. Da emeritierte Professoren, die der NSDAP angehörten, nach Kriegsende keine Bezüge erhalten, versucht Skalweit, seine Pensionierung rückgängig zu machen. Der Wissenschaftler kann zwar nicht wieder auf seinen Lehrstuhl zurückkehren, wird aber von den amerikanischen Besatzungsmächten für politisch einwandfrei erklärt.

In einer Traueranzeige für den im Alter von 80 Jahren verstorbenen August Skalweit heißt es: "Er hat sich als Hochschullehrer auch unter den schwierigsten Verhältnissen bemüht, die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre bewahren zu helfen."
ba


Literaturangaben

Uhlig, Ralph: Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Zur Geschichte der CAU im Nationalsozialismus. Eine Dokumentation (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 2). Frankfurt am Main u.a. 1991.
DBA = Deutsches Biographisches Archiv [im Campusnetz der Universität Kiel online (22.4.2008)].



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