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Was ist Klinische Psychologie?

Klinische Psychologie beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Erforschung gestörten Erlebens und Verhaltens im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Zu den Forschungsgebieten zählen u.a. die Symptomatologie, Diagnostik und Klassifikation, die Epidemiologie, der Verlauf und die Prognose psychischer Störungen, die Ätiologie und Pathogenese sowie die Prävention, Therapie und Rehabilitation.

Um Störungen des Verhaltens und Erlebens besser zu erklären, werden einzelne Paradigmen und Modelle (z.B. lerntheoretische, biologische, soziokulturelle oder kognitive Modelle) oder integrative Ansätze (z.B. als biopsychosoziale Modelle) in ihren Zusammenhängen und Bedeutungen für die jeweiligen Störungen untersucht. Die klinische Psychologie bedient sich dabei verschiedener wissenschaftlicher Methoden: Fallstudien (z.B. Phänomenologie), empirische Untersuchungen (z.B. Korrelationsstudien), experimentelle Studien und ihre Varianten wie quasiexperimentelle Studien, Naturexperimente, Analogstudien und Einzelfallexperimente.

Klinische Psychologie ist heute ein Fach, in dem auch über die Grenzen des eigenen Faches interdisziplinär gedacht und geforscht wird. Der Einfluss von genetischen Faktoren, Lebens- und Lernbedingungen, Erkrankungen, medizinischen Eingriffen und Medikamenten oder von endokrinen oder neurophysiologischen Vorgängen auf Verhalten und Erleben kann z.B. ebenso von Bedeutung sein wie Wirkungen therapeutischer Interventionen auf Funktionen des Körpers und des Gehirns. Das Zusammenspiel von Körper, Gehirn, Verhalten und psychosozialer Umwelt ist zunehmend Forschungsgegenstand der Klinischen Psychologie.Aus der Klinischen Psychologie haben sich entsprechend auch Teildisziplinen entwickelt, die im interdisziplinären Kontext stehen: Hierzu zählt z.B. die Verhaltensmedizin, die Gesundheit und Krankheit unter Berücksichtigung psychosozialer, verhaltensbezogener und biomedizinischer Wissenschaft versteht, und die empirisch geprüfte Methoden in Prävention, Diagnostik , Behandlung und Rehabilitation einsetzt.

In der Neuropsychologie werden Zusammenhänge von Gehirn, Kognition und Verhalten sowie die Folgen von Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns auf Verhalten und Erleben, Gedächtnis, Wahrnehmung usw. untersucht, sowie Behandlungsmethoden für die Rehabilitation entwickelt und geprüft.

In der Psychoneuroimmunologie werden Wechselbeziehungen zwischen Immunsystem und psychischen Funktionen unter Einschluss von Verhalten und Lernen untersucht.

 

Forschungsschwerpunkte

In der Abteilung für Klinische Psychologie werden unterschiedliche Themen – auch im Rahmen von Diplomarbeiten – untersucht. Hierzu gehören z.B. posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern, spezielle Fragestellungen im Zusammenhang mit Störungen der Aufmerksamkeit bei Kindern und Erwachsenen, psychische Probleme bei Studierenden oder Zusammenhänge von Problemen der Selbstwahrnehmung und perfektionistischer Einstellungen mit Gesundheitsproblemen bei Frauen sowie spezielle Fragestellungen bei psychiatrischen Patienten; im verhaltensmedizinischen Bereich werden z.B. Selbsthilfe- Trainingsprogramme für Erwachsene und Kinder mit Hauterkrankungen entwickelt und evaluiert sowie Elterntrainingsprogramme für Begleitpersonen in der Kinderrehabilitation untersucht; neuropsychologisch werden z.B. Störungen des Gedächtnisses oder des Lern- und Entscheidungsverhaltens bei verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Patienten untersucht; in der Arbeitseinheit Geruchsforschung werden grundlegende Fragen der Geruchswahrnehmung und deren Zusammenhang mit Ängsten, Depressionen und andere Fragen wie z.B. die Interaktion von Riechen und Immunsystem erforscht. Eine Serie von Forschungsaktivitäten wurde in diesem Bereich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Volkswagenstiftung gefördert.

Das Methodenspektrum reicht hier von quasiexperimentellen Gruppenvergleichen und experimenteller Therapieforschung über computergestützte Verhaltensexperimente und psycho-physiologische Messungen (z.B. elektrodermale Aktivität = EDA, Elektrokardiogramm = EKG, Elektroencephalogramm = EEG) bis hin zu modernen Verfahren zur Analyse der Hirnaktivität ( funktionelle Magnetresonanztomographie = fMRT).

 

Schwerpunkte in der Lehre

Das Fach Klinische Psychologie wird in Kiel auf der Basis einer verhaltenswissenschaftlichen bzw. psychobiologischen Grundorientierung gelehrt. Wissen aus dem Grundstudium ist für das Verständnis der Klinischen Psychologie Voraussetzung: Lernen, Wahrnehmung, Gedächtnis und Verhalten sind ebenso bedeutsam wie Kenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie oder Biologischen Psychologie und nicht zuletzt der Statistik und Testtheorie.

Neben der 2-semestrigen Vorlesung zur Klinischen Psychologie werden in Seminaren spezielle Themen der Klinischen Psychologie und Neuropsychologie vertieft. Das erworbene Wissen kann im Rahmen von Fallseminaren praxisorientiert erweitert und integriert werden.

Wer das Fach Klinische Psychologie als Schwerpunkt wählt, erhält zusätzlich eine auf den Grundlagen aufbauende praxisorientierte Ausbildung zur klinisch-psychologischen Diagnostik, sowie zu verhaltensorientierten Interventionen, die in unterschiedlichsten therapeutischen Bereichen Verwendung finden (Training sozialer Kompetenzen, Entspannungstraining, Stressmanagement und Problemlösen). Diese Ausbildung erleichtert den Einstieg in die Berufspraxis und eine spätere Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten nach Abschluss des Studiums.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
CAUKlinische Psychologie Kiel