Arbeitseinheit Sozialpsychologie und Politische Psychologie

Institut für Psychologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Sozialpsychologische Determinanten kollektiver Politisierung im Kontext von Migration

1. Projektphase


Das übergeordnete Ziel des Forschungsprojekts besteht darin, das von Simon und Klandermans (2001) vorgeschlagene sozialpsychologische Modell zur Politisierung kollektiver Identität einer empirischen Prüfung zu unterziehen. Das Modell umfasst wichtige konzeptuelle Komponenten, die ihrerseits in bewährten sozialpsychologischen Forschungstraditionen verankert sind (insbesondere in der Identitäts-, Gerechtigkeits-, Attributions- und Protestforschung), es verbindet diese Komponenten jedoch in innovativer Weise zu einer Gesamtkonzeption, deren empirische Tragfähigkeit es noch zu überprüfen gilt. Das Arbeitsprogramm besitzt drei Schwerpunkte: 1. Überprüfung der Modellannahmen hinsichtlich der notwendigen Politisierungsschritte, 2. Untersuchung der Rolle von Identitäts-Unternehmern und 3. Untersuchung des Zusammenwirkens unterschiedlicher Identitätsebenen. Geplant sind vier Laborexperimente und eine umfangreiche Feldstudie (Fragebogenstudie) mit zunächst drei Erhebungszeitpunkten. Letztere soll im Kontext der Politisierung von Immigranten bzw. ethnischen Minderheiten in Deutschland durchgeführt werden. Die Kombination von Laborexperimenten und Feldstudie mit Längsschnittdesign erlaubt die Identifizierung kausaler Zusammenhänge sowie kumulativer und reziproker Effekte.

2. Projektphase


Im Projekt wenden wir uns der sozialpsychologischen Analyse von Politisierungsprozessen bei Personen mit türkischem Migrationshintergrund zu. Um theoretisch erwartete Kausal- und Mediationsbeziehungen aufdecken bzw. prüfen zu können, sollen Feldstudien mit Längsschnittcharakter durchgeführt werden. Zum einen soll die Querschnittuntersuchung aus der ersten Projektphase ("Politisierung kollektiver Identität") zu einer Längsschnittuntersuchung mit drei Erhebungszeitpunkten erweitert werden. Zum anderen soll eine weitere Längsschnittuntersuchung speziell mit türkischstämmigen Studierenden durchgeführt werden. Als "soziale Aufsteiger", zukünftige "Elite" und möglicherweise auch zukünftige Interessenvertreter ihrer Herkunftsgruppe stellen sie eine theoretisch besonders interessante und gesellschaftspolitisch relevante Untersuchungsgruppe dar. Neben (systemimmanenter) Politisierung sollen auch Radikalisierungstendenzen als abhängige Variablen berücksichtigt werden.

Mitarbeiter:


Förderung:


Dieses Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.