Referenzzentrum Lebensqualität
in der Onkologie

Haus 18
Arnold-Heller-Str. 3
24105 Kiel
0431/5974309
Fax: 0431/5972218

Angegliedert an das:
Krebszentrum Nord am UK S-H


Impressum
verantwortlich für den Webauftritt:
Prof. Dr. Th. Küchler
Frau Dr. M. Berend
B. Malchow, M.A.
Das Referenzzentrum Lebensqualität in der Onkologie stellt sich vor


Die Deutsche Krebshilfe e.V. förderte von 1998 bis 2002 den Aufbau eines “Referenzzentrums Lebensqualität in der Onkologie” (RZLQ) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H), Campus Kiel. Ziel dieses Zentrums ist es, durch systematische Erfassung des körperlichen, seelischen und sozialen Befindens, eben der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, zur Therapieoptimierung beizutragen.

Dazu gehört auch die psychoonkologische Versorgung von Tumorpatienten. Diese wird vom RZLQ vor allem für die Chirurgische Klinik realisiert.

Was ist Lebensqualität?

Lebensqualität ist nach der Überlebenszeit das wichtigste Behandlungsziel für Krebspatienten. Dies gilt von der Diagnosestellung an für den gesamten Krankheits- und Behandlungsverlauf. Gesundheitsbezogene Lebensqualität ist heute mit naturwissenschaftlichen Methoden zuverlässig messbar. Es lassen sich so Auswirkungen von Krankheit und Therapie systematisch darstellen und vergleichen.

Aus den bisherigen 10 Jahren der Erfahrung der Lebensqualitätsmessung ist abzuleiten, dass dies von Patienten keineswegs als Belastung (“Noch mehr Diagnostik”), sondern als ein Teil der Humanisierung in der onkologischen Behandlung erlebt wird (“Endlich interessiert sich jemand mal dafür, wie es mir geht, nicht nur meinem Tumor”).

Aus Sicht der Behandelnden stellt die Lebensqualitätsmessung einen Beitrag zur Qualitätssicherung dar.

Aufgaben und Ziele

Im Referenzzentrum Lebensqualität in der Onkologie sind ergänzende Betreuung/Therapie v.a. onkologischer Patienten und ihrer Angehörigen, Qualitätssicherung und ergebnisbezogene Forschung eng miteinander verknüpft. Entsprechend gliedert sich das Referenzzentrum in drei Kernbereiche: die Bereiche „Psychoonkologie/psychosoziale Versorgung“, „Qualitätssicherung“ und „Lebensqualitätsforschung/clinical outcome research“.

Ein wesentliches Element sowohl der Lebensqualitätsforschung als auch der Psychoonkologie ist das interdisziplinäre Engagement, das sich auf die Gesamtheit der onkologischen Behandlung bezieht.

Neben den rein wissenschaftlichen Zielen des Zentrums bestehen wesentliche Aufgaben in der tagtäglichen psychoonkologischen Versorgung von Tumorpatienten und ihren Angehörigen und der Integration von Ergebnissen der Lebensqualitätsforschung in die chirurgische Behandlung.

Ziel ist es über die Verknüpfung von medizinischer Versorgung, Lebensqualitätsforschung und Psychoonkologischer Betreuung zur Ganzheitlichkeit der modernen Krebstherapie beizutragen.

Das RZLQ unterstützt die Einführung von Lebensqualitätsmessung aktiv durch Informationen zum aktuellen Stand der Lebensqualitätsforschung, die notwendigen logistischen Maßnahmen zur Umsetzung dieser Meßmethode in Studien bzw. in die klinische Routine sowie die systematische Aufarbeitung von so gewonnenen Daten.

Eines der initialen Ziele, der Aufbau eines Referenz-Datenpools für die wichtigsten Tumorerkrankungen bzw. Behandlungsmodalitäten ist auf einem guten Wege: es liegen inzwischen Lebensqualitätsdaten von über 4.000 Patienten mit mehr als 10.000 Einzeldatensätzen vor. Damit ist eine wesentliche Basis für Therapievergleichsstudien geschaffen.

Im Rahmen der Qualitätssicherung begleitet das Referenzzentrum Lebensqualität zusammen mit der Stabsstelle Unternehmensentwicklung und Marketing die campusübergreifende, systematische Patientenbefragung. Ziel ist es den Patienten im Rahmen ihrer Behandlung im UK S-H ein Forum für Anregungen und Kritik zu geben.

Aktuelle Aufgaben des Referenzzentrums sind u. a. die Auswertung der Lebensqualitätsdaten aller Tumorpatienten im Rahmen des Modellversuchs “Operative Onkologie”, der Anfang 1998 an der Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie des UK S-H, Campus Kiel begonnen wurde, sowie die Betreuung von onkologischen Studien, die in der Chirurgie, der Onkologie/Hämatologie sowie der Urologie durchgeführt werden. Hierzu gehört selbstverständlich die enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen diagnosespezifischen Kompetenznetzwerken, die in den letzten Jahren in der deutschen Onkologie entstanden sind.

Wir sind überzeugt, dass durch die systematische Erhebung von Lebensqualitätsdaten die Patientensicht in die Bewertung der modernen Hochleistungsmedizin stärker einbezogen werden kann, und damit ein wichtiger Schritt zur weiteren Verbesserung der Behandlungsqualität in der Onkologie erreicht werden kann.

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