Vom Saatkorn bis zur Ladentheke
Interview mit Ute KochMehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zu Agrarwissenschaften und Ökotrophologie gibt Fakultätsgeschäftsführerin Ute Koch im Gespräch mit Martin Geist.
Ute Koch ist Fakultätsgeschäfts- führerin für die Agrar- und Ernährungswissenschaften und zuständig für die allgemeine Studienberatung
Wer Agrarwissenschaften studiert, den erwartet ein breit gefächertes Studium mit naturwissenschaftlichen, wirtschaftswissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Themen. Und natürlich geht es nicht nur darum, wie man Weizen oder Milch produziert. Die Umweltwirkungen der Agrarproduktion, Agrarpolitik, Preisbildung auf Lebensmittelmärkten und Biopatente sind nur einige der Themenfelder, die im Studium behandelt werden.
Der Studiengang Ökotrophologie konzentriert sich auf den Bereich von der Lebensmittelverarbeitung bis zum Esstisch. Ernährung und Gesundheit ist eines der großen Themen in Forschung und Lehre. Auch hier werden im Studium naturwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte kombiniert. Wie produziert man funktionelle Lebensmittel, und wie kommen Sie beim Verbraucher an? Das ist nur eine der Fragen, mit denen sich Studierende befassen müssen.
Welche Berufe stehen Agrarwissenschaftlern beziehungsweise Ökotrophologen offen?
Das Spektrum ist für Absolventinnen und Absolventen sehr breit, und für Agrarwissenschaftler sind die Aussichten im Moment sogar besonders gut. Landmaschinenindustrie, chemische Industrie und Ernährungsindustrie, überall werden Agrarwissenschaftler benötigt. Auch Banken, Verbände und Forschungseinrichtungen bieten Arbeitsplätze. Unsere Ökotrophologen sind sehr begehrt, weil sie sowohl etwas von Produktionsprozessen als auch von betriebswirtschaftlichen Abläufen verstehen und den Blick fürs große Ganze haben. Solche Qualifikationen werden in Kliniken, in der chemischen Industrie, im Management und Marketing, aber auch im Tourismus, Journalismus und vielen anderen Bereichen gern gesehen.
Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Agrarwissenschaften und Ökotrophologie aufsitzen?
Seitens der Studierenden gibt es eigentlich kaum welche. Die Missverständnisse kommen meistens von außen. Von den Agrarwissenschaftlern heißt es, es handle sich meistens um Bauernsöhne, die sich auf die Übernahme des elterlichen Hofes vorbereiten. Tatsächlich ist das aber die absolute Minderheit. Typischerweise interessieren sich unsere Studierenden für die großen Fragen der Menschheit: Welternährung, Nachhaltigkeit, Klimawandel, erneuerbare Energien. Bei Ökotrophologie denken dagegen viele Leute an Hauswirtschafterinnen oder an eine Kochlehre. Tatsächlich geht es um aktuelle Themen wie den Zusammenhang von Gesundheit und Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel und personalisierte Ernährung.
Mehr über das Studium der Agrarwissenschaft und Ökotrophologie unter:
- Studieninformationsblätter Agrarwissenschaften
- Studieninformationsblätter Ökotrophologie
- Fach-Guide Agrarwissenschaften
- Fach-Guide Ökotrophologie
- Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Universität Kiel
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