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Anglistik ist etwas für Leute mit Affinität zur Sprache

Interview mit Dr. Lars Blöhdorn

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Anglistik und Nordamerikanistik gibt Studienfachberater Dr. Lars Blöhdorn im Gespräch mit Martin Geist.

Anglistik hat etwas mit Englisch zu tun. Aber welche Inhalte stehen genau dahinter?

Das ist ein weites Feld. In der Anglistik geht es prinzipiell um die Auseinandersetzung mit Literatur und Sprache. Das geschieht anhand von verschiedenen Literaturgenres, aber auch über die Linguistik, die sich der Analyse der verschiedenen Ebenen der Sprache widmet. Genauso beschäftigen wir uns aber mit der Kultur und mit Medien im angloamerikanischen Raum sowie mit den Besonderheiten der politischen Systeme.

Welche Berufe stehen Anglisten offen?

Sehr viele Absolventen - ich schätze es sind etwa zwei Drittel - suchen und finden eine Beschäftigung im Lehramt. Die Uni Kiel nimmt dabei inzwischen nur noch Anfänger auf, die später an einem Gymnasium unterrichten wollen, weil für die anderen Schularten Flensburg zuständig ist. Mit einer guten Note sind die Berufsaussichten für Junglehrer jedenfalls nach wie vor günstig. Längerfristige Prognosen lassen sich aber gerade auf diesem Gebiet nur schwer treffen. Gefragt sind Anglisten aber nicht nur im Landesdienst. Bibliotheken, das Verlagswesen und Journalismus sind typische Bereiche, in denen unsere Absolventen ihr Geld verdienen. Allgemein kann man sagen, dass es überall dort potenzielle Jobs gibt, wo eine gewisse Affinität zur Sprache nötig ist. Ich selber zum Beispiel habe nach meinem Abschluss erst einmal zwei Jahre in der IT-Branche gearbeitet und bin dann wieder zurück an die Uni gegangen.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfänger der Anglistik und Nordamerikanistik aufsitzen?

Am häufigsten kommt es vor, dass die Leute sagen, sie studieren Englisch. An sich ist das noch kein wirkliches Missverständnis, aber sehr kurz gegriffen. Tatsächlich kommt niemand hier her, um die Sprache zu lernen, sondern die Sprache bringt er bereits als Handwerkszeug mit. Natürlich haben wir im Studium trotzdem auch eine Sprachsäule eingebaut, um dieses Handwerkszeug zu verfeinern. Dabei lernen die Studierenden unter anderem, Texte zu strukturieren, zu übersetzen oder sich schriftlich und mündlich effizient auszudrücken. Die Lehrsprache ist dabei übrigens seit der Einführung von Bachelor und Master zwingend Englisch.

Wie sind Sie selber zur Anglistik gekommen?

Zuerst habe ich ein Jahr Jura studiert und dann gemerkt, dass ich mich damit nicht mein ganzes Leben beschäftigen wollte. Also bin ich auf Anglistik umgestiegen, weil mir dieses Fach schon in der Schule lag und ich auch ein Jahr an einer amerikanischen High School verbracht hatte. Wie sich herausstellte, war das genau die richtige Entscheidung.

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