Steckbrief Studienfächer | zur Druckfassung
Es geht um das Verständnis von Leben auf der molekularen Ebene
Interview mit Professor Axel ScheidigMehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zum Fach Biochemie und Molekularbiologie gibt Studienfachberater Professor Axel Scheidig im Gespräch mit Martin Geist.
Axel Scheidig (45) ist Direktor des Zentrums für Biochemie und Molekularbiologie und dort auch Studienfachberater. Wissenschaftlich beschäftigt er sich unter anderem mit der 3-dimen­sio;nalen Architektur von Molekülen. Foto pur.pur
Es geht dabei um das Verständnis von Leben auf molekularer Ebene. Was passiert in der Zelle? Welche Stoffe fließen darin? Wie und mit welchen Wechselwirkungen arbeiten sie? Das sind typische Fragen, die wir in unserem Fach stellen. Von der Lehre her sind die notwendigen Inhalte von Chemie und Biologie zusammengefasst. Im Studium werden beide Bereiche zunächst getrennt vermittelt. Erst ab dem dritten Semester geht es dann an die eigentliche Biochemie heran. Mit 16 Anfängerplätzen im Bachelor-Studiengang und 20 Plätzen im Master-Studiengang sind wir in Kiel sehr überschaubar aufgestellt. Das hat eine entsprechend individuelle Betreuung zur Folge und ist für die Studierenden ein großer Vorteil.
Welche Berufe stehen Absolventinnen und Absolventen aus Biochemie und Molekularbiologie offen?
Sehr viele. Alle Sparten, die irgendwie biologisch angehaucht sind und zugleich etwas mit Chemie zu tun haben, bieten Arbeitsplätze für unsere Absolventen. Das sind zum Beispiel die medizinische Forschung im Hinblick auf Diagnostik und Therapie, aber genauso die Biotechnologie mit den Gebieten der nachwachsenden Rohstoffe und der Nahrungsmittelindustrie. Zudem wird auf diesem Feld sehr viel geforscht, so dass es entsprechende Tätigkeitsmöglichen in der Grundlagenforschung an Hochschulen und anderen Instituten gibt. Ich schätze, dass jeweils etwa die Hälfte unserer Absolventen in die Privatwirtschaft und in den öffentlichen Bereich geht. Arbeitslosigkeit ist für sie so oder so praktisch kein Thema.
Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Biochemie und Molekularbiologie aufsitzen?
Es gibt Leute, die sagen sich, in diesem Fach macht man ein bisschen Biologie und ein bisschen Chemie, aber keins von beidem richtig ernsthaft. Das ist vollkommen falsch. Unsere Studierenden besuchen dieselben Lehrveranstaltungen wie Biologen und Chemiker, und sie schreiben dieselben Klausuren. Man muss also für beide Fächer die Liebe und Begeisterung auch in der Tiefe mitbringen, um erfolgreich zu sein. Unterschätzt wird außerdem manchmal die Bedeutung von Mathematik und Physik. Gerade in den höheren Semestern können diese Fächer aber sehr wichtig sein.
Wie sind Sie selber zur Biochemie gekommen?
Wie so viele meiner Kollegen auf Umwegen. Ich bin studierter Chemiker, spezialisierte mich im Studium auf Strukturbiologie und kam in den USA über die Arbeit in der Privatwirtschaft zur Molekularbiologie. Weil in unserem Zentrum für Biochemie und Molekularbiologie wissenschaftlichen Kräfte aus sehr unterschiedlichen individuellen Bildungslaufbahnen zusammentreffen, ist dort eine große Vielfalt von Disziplinen vertreten. Chemiker, Biologen, Physiker, Mediziner oder auch Mathematiker, alles ist dabei. Genau das macht für mich den Reiz aus.
Mehr über das Studium der Biochemie und Molekularbiologie unter:
- Studieninformationsblätter Biochemie/Molekularbiologie
- Zentrum für Biochemie und Molekularbiologie (ZBM) der Universität Kiel
- Fach-Guide Biochemie/Molekularbiologie (in Vorbereitung)
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