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Biologie betrachtet das Leben in seinen Zusammenhängen

Interview mit Professor Rüdiger Schulz

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Biologie gibt Studienfachberater Professor Rüdiger Schulz im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter dem Fach Biologie?

Biologie ist die Wissenschaft, die sich mit der belebten Natur befasst, also mit Tieren, Pflanzen und Mikro­organismen jeglicher Art. Dabei werden aber nicht nur die Einzelorganismen betrachtet, sondern auch die Zusammen­hänge, in denen sie leben. Faktisch reicht die Biologie sehr weit in die angewandten Wissenschaften hinein. So werden in der Bionik Vorbilder aus der Natur auf Industrieprodukte übertragen. Für Flugzeuge zum Beispiel stand ganz grob gesagt das Vorbild der Vögel Pate.

Ebenfalls stark in die Anwendung hinein reicht die Biotechnologie, die sich in Käse und Bier genauso wiederfindet wie im Biowasserstoff. Allgemein geht der Trend in der Biologie immer mehr ins Kleinteilige. Kenntnisse besonders in Chemie, aber auch in Mathematik und Physik haben deshalb große Bedeutung. Dennoch versuchen wir in Kiel, unseren Studierenden möglichst breite Grundlagen zu vermitteln. Die großen Blöcke heißen dabei Botanik, Zoologie und Mikrobiologie. Vom fünften Semester an besteht dann die Möglichkeit, sich nach eigenen Interessen und Neigungen zu spezialisieren.

Welche Berufe stehen Nachwuchskräften in der Biologie offen?

Etwa ein Drittel Teil der Studierenden streben ins gymnasiale Lehramt. Die anderen können unter Möglichkeiten wählen, die so vielfältig sind, dass das teilweise sogar als verwirrend empfunden wird. Arbeitsplätze gibt es in der Wissenschaft, in der Industrie, in den Medien oder auch in Verwaltungen, bei Umweltverbänden und in Unternehmensberatungen. Ich sage immer: Wer wirklich begeistert für das Fach ist, findet auch seinen Weg. Eine Rolle spielen dabei natürlich die gewählten Schwerpunkte. Wer sich auf Verhaltensforschung spezialisiert, hat es sicher schwerer als jemand, der sich auf Mikro- oder Molekularbiologie festlegt.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Biologie aufsitzen?

Immer wieder begegnen einem Studierende, die mit großer Begeisterung antreten, weil sie beispielsweise Wale retten wollen. Das ist sehr löblich, aber viel zu reduziert. Zumal sogar derart eng definierte Ziele ein sehr breites Grundwissen erfordern. Man sollte halt schon sagen können, in welchem Wasser welcher Wal lebt und wie er sich ernährt.

Wie sind Sie selber zur Biologie gekommen?

Das hört sich komisch an, aber ausschlaggebend war, dass ich im Gymnasium einen Biologie-Leistungskurs belegte, der wirklich ganz, ganz schlecht war. Danach ging ich in mich und stellte mir die Frage, welches Fach mich am meisten interessierte. Heraus kam die Biologie. Und ich dachte mir, wenn das selbst unter diesen Umständen so ist, muss es das richtige Fach für mich sein. So war es dann auch.

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