CAU - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Betriebswirtschaft ist etwas für Leute, die rechnen und logisch denken können

Interview mit Professor Peter Nippel

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zum Fach Betriebswirtschaftslehre gibt Studienfachberater Professor Peter Nippel im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter der Betriebswirtschaftslehre?

Bei uns in Kiel ist das Fach nach den betrieblichen Funktionen strukturiert. Rechnungswesen, Finanzwirtschaft, Controlling, Marketing, Organisation, Produktion und Logistik, kurz gesagt alles, was in einem Unternehmen üblicherweise und unabhängig von der speziellen Branche passiert, ist Gegenstand der Lehre. Neben den Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre werden aber auch die wesentlichen Elemente der Volkswirtschaftslehre vermittelt. Diese Schwesterdisziplin ist wichtig, weil sich jeder Einzelbetrieb im Marktzusammenhang bewegt. Und wer ein Unternehmen erfolgreich führen will, sollte schon verstehen, wie solch ein Markt funktioniert. Wichtig in der BWL sind außerdem ergänzende Disziplinen wie Mathematik, Statistik und die Ökonometrie, die sich mit der methodisch sauberen Auswertung von Daten beschäftigt.

Welche Berufe stehen Betriebswirten offen?

Sie arbeiten überall. Die Privatwirtschaft spielt dabei aber die wichtigste Rolle. Grundsätzlich sind quer durch die Branchen alle Positionen im kaufmännischen Bereich mit Management-Funktionen interessant. Behörden, Verbände und in einem geringeren Ausmaß internationale Organisationen haben ebenfalls Bedarf an Betriebswirten. Daneben gibt es natürlich Wissenschaft und Forschung, nicht zuletzt aber Beratungs- und Wirtschaftsprüfungs­gesellschaften. Generell ist der Arbeitsmarkt für Betriebswirte Schwankungen unterworfen. Die Aussichten für qualifizierte Absolventen sind im Grunde aber immer sehr gut.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfänger in der Betriebswirtschaftslehre aufsitzen?

Wer BWL studiert, hat die berufliche Karriere meist klar vor Augen. Aber das Studium ist nicht zuletzt auch auf wissenschaftliche Bildung ausgerichtet und verlangt Abstraktionsvermögen, logisches Denken und gute englische Sprachkenntnisse. Vor allem jedoch darf man keine Abneigung gegenüber der Mathematik hegen.

Wie sind Sie selber zur Betriebswirtschaftslehre gekommen?

Ein bisschen über Zufälle und Umwege. Ich hatte erst eine Berufsausbildung absolviert, mich dann aber doch zum Studieren entschlossen. In Mathematik hatte ich schon in der Schule ganz gute Noten, konnte mir aber dieses Fach als Studium nicht gut vorstellen. Also wollte ich in Richtung Wirtschaftsmathematik gehen und blieb schließlich bei der Wirtschaft hängen. Für mich war das genau die richtige Entscheidung. Es macht mir einfach Spaß, finanzwirtschaftliche Themen von ihrer theoretischen Seite her zu betrachten.

Mehr über das Studium der Betriebswirtschaftslehre unter:




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