CAU - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Wir tragen dazu bei, das kulturelle Gedächtnis zu bewahren

Interview mit Professor Markus Hundt

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zum Fach Deutsch gibt Studienfachberater Professor Markus Hundt im Gespräch mit Martin Geist.

Wir alle sprechen deutsch. Aber welche Inhalte stehen genau hinter diesem Studienfach?

Wir befassen uns mit der deutschen Sprache und Literatur von den Anfängen der schriftlichen Überlieferung bis in die Gegenwart hinein. Damit verbinden wir zwei Ziele: die Ver­mittlung der deutschen Sprache selbst und die Bewahrung dessen, was man kulturelles Gedächtnis nennen kann. Was unsere Kultur ausmacht, ist schließlich zu einem großen Teil in schriftlicher Form festgehalten. Methodisch stützen wir uns dabei auf mehrere wichtige Säulen. Da gibt es die Sprachwissenschaft, die sich mit Sprache von ihren Ur­sprüngen bis zu ihren gegenwärtigen Ausprägungen etwa in Form der Jugendsprache oder Fachsprachen beschäftigt. Eine weitere Säule ist die Neue Deutsche Literatur, die sich Texten widmet, die seit der frühen Neuzeit entstanden sind. Der dritte Bereich ist die Ältere deutsche Literatur, die vom 8. bis ins 16. Jahrhundert reicht.

Welche Berufe stehen Deutsch-Absolventen offen?

An erster Stelle steht der Lehrerberuf. Ich schätze, dass wir hier in Kiel etwa zwei Drittel der Studierenden fürs Lehramt an Gymnasien ausbilden. Weil im Studium die neuen Medien eine wichtige Rolle spielen, gibt es auch Arbeitsplätze im Kulturmanagement und im breiten Bereich der Medien. Insgesamt ist der Arbeitsmarkt für unsere Absolventen wie für alle Geisteswissenschaftler immer eher schwierig. Die allermeisten finden aber trotzdem einen Einstieg über ihren professionellen Umgang mit Sprache und andere Schlüsselqualifikationen, die sie erlernt haben. Insofern sehe ich die Lage gar nicht so negativ.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfänger in Deutsch aufsitzen?

Oh ja! Gar nicht selten ist Deutsch eine Art Verlegenheitslösung, weil einem sonst kein anderes Fach einfällt und man Deutsch immerhin schon in der Schule hatte. Die Bedeutung von Theorie und Reflexion über Sprache wird dabei oft unterschätzt. Bei so manchem Anfänger tritt deshalb nach den ersten Erfahrungen an der Uni eine gewisse Ernüchterung ein.

Wie sind Sie selber zum Deutsch-Studium gekommen?

Ausschlaggebend war, dass ich mich schon immer stark für Literatur interessiert habe. Erst im Lauf des Studiums merkte ich dann, dass Sprachwissenschaft für mich noch interessanter ist. Heute arbeite ich deshalb hauptsächlich in diesem Bereich.

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