Steckbrief Studienfächer | zur Druckfassung
Das System Erde als Ganzes verstehen
Interview mit Dr. Hanno KinkelMehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zu den Geowissenschaften gibt Studienfachberater Dr. Hanno Kinkel im Gespräch mit Martin Geist.
Hanno Kinkel ist Studienfachberater für die Geowissenschaften und widmet sich als Forscher unter anderem der Meeresgeologie. Foto mag
Ziel der Geowissenschaften ist es, das System der Erde als Ganzes zu verstehen. Ich weiß, das klingt sehr allgemein, aber darum geht es nun mal. Wir beschäftigen uns mit dem Aufbau der Erde vom Erdkern bis zur Oberfläche, analysieren Phänomene wie Vulkanismus oder Plattentektonik, die Erdbeben oder Tsunamis auslösen können. Allgemein interessiert uns alles, was die Erde in den 4,6 Milliarden Jahren ihres Bestehens an Mineralen und Gesteinen gebildet hat. Geowissenschaftler beschäftigen sich bei ihrer Arbeit sowohl mit sehr kleinen Dingen wie atomaren Strukturen als auch großen Dingen wie etwa mit den Geschehnissen im Sonnensystem.
Welche Berufe stehen Geowissenschaftlern offen?
Unsere Absolventen profitieren davon, dass der Arbeitsmarkt für sie ähnlich breit ist wie das Studium. Klassische Beschäftigungsmöglichkeiten bieten Ingenieurbüros, die sich mit Baugrunduntersuchungen, Altlastensanierung und dergleichen beschäftigen. Viele Jobs warten aber auch überall, wo es um die Erschließung von Ressourcen geht. Das sind nicht nur Öl oder Gas, sondern genauso Rohstoffe wie Kupfer und sehr profane Dinge wie Wasser, Sand oder Kies. Nicht zu vernachlässigende Potenziale bietet die Forschung in Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie. Auch der Küstenschutz ist immer auf die Hilfe von Geowissenschaftlern angewiesen.
Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfänger in den Geowissenschaften aufsitzen?
Gut, dass Sie das fragen. Ein Problem ist, dass Geowissenschaften kein Schulfach sind und sich deshalb viele Anfänger nicht genau vorstellen können, was da wirklich dahintersteckt. Da geistern dann so romantische Vorstellungen vom Steinesammeln beim Wandern im Gebirge herum. Tatsächlich handelt es sich bei unserer Disziplin aber um eine Naturwissenschaft. Das bedeutet, ohne Mathe, Physik und Chemie geht es nicht. Diese Fächer sind die Basis für alles, was wir später machen.
Wie sind Sie selber zu den Geowissenschaften gekommen?
Ich hatte das große Glück, in der Schule einen Geografielehrer zu haben, der auch Geologie studiert hatte. Damals lebte ich in Süddeutschland und bekam von ihm die Geologie der Schwäbischen Alb vermittelt. Freude an Gesteinen hatte ich außerdem immer schon, und so war mein Weg eigentlich vorgezeichnet.
Mehr über das Studium der Geowissenschaften unter:
- Studieninformationsblätter Geowissenschaften
- Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel
- Fach-Guide Geowissenschaften
Zuständig für die Pflege dieser Seite:
Pressestelle der Universität,
presse@uv.uni-kiel.de
