Steckbrief Studienfächer | zur Druckfassung
Handelslehrer sind auch in der Wirtschaft gut angesehen
Interview mit Professorin Birgit FriedlMehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Wirtschaftswissenschaft für Handelslehrer gibt Professorin Birgit Friedl im Gespräch mit Martin Geist.
Birgit Friedl, Jahrgang 1958, forscht und lehrt am Lehrstuhl für Controlling des Instituts für Betriebswirtschaftslehre. Dabei beschäftigt sie sich mit den vielfältigen Strategien und Mechanismen der Erfassung und Gestaltung von Kosten. Foto mag
Wir haben es hier mit einem Studiengang zu tun, der das fortsetzt, was vor den Bologna-Reformen zum Abschluss als Diplom-Handelslehrer(in) führte. Nun ist diese Ausbildung ins Bachelor- und Master-System eingebettet. Los geht es mit dem Zwei-Fach-Bachelor, in dem für angehende Handelslehrer das Fach Wirtschaftswissenschaft Pflicht ist. Hier stehen ebenso die Volks- und die Betriebswirtschaftslehre im Mittelpunkt, allerdings im Vergleich zu den spezieller angelegten anderen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen in deutlich kompakterer Form. Wichtig als Hilfsdisziplinen sind außerdem Mathematik und Statistik. Weil das Ziel dieses Studiums darin besteht, Lehrkräfte hervorzubringen, die erklären können, wie Wirtschaft im Allgemeinen und auf betrieblicher Ebene funktioniert, gehören außerdem Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie Didaktik dazu.
Welche Berufe stehen Nachwuchskräften in Wirtschaftswissenschaft für Handelslehrer offen?
Die erste Adresse sind natürlich Berufliche Schulen und die meist daran angegliederten Fachgymnasien. Grundsätzlich sind die Aussichten, in diesem Bereich eine Stelle zu finden, sehr gut. Wobei eingeschränkt werden muss, dass das auch ein Stück weit vom zweiten Fach abhängt. Kombinationen mit Sprachen oder Mathematik sind sehr gefragt, eng werden kann es mit Geschichte oder Geografie als Zweitfach. Nicht alle unsere Studierenden landen am Ende aber tatsächlich im Schuldienst. Wegen ihrer breiten Ausbildung werden sie auch gern von Unternehmen, Kammern und Verbänden aufgenommen, wo sie oft im Bereich der Aus- und Weiterbildung tätig sind. Das hängt auch damit zusammen, dass ein hoher Prozentsatz der Studierenden bereits mit einer abgeschlossenen kaufmännischen Berufsausbildung zur Uni gekommen ist und insofern über reichlich Praxiserfahrung verfügt.
Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Wirtschaftswissenschaft für Handelslehrer aufsitzen?
Die gibt es. Das Anspruchsniveau dieses Studiengangs wird teilweise eindeutig unterschätzt. Manche Anfängerinnen und Anfänger neigen dazu, ihre Erfahrungen aus dem Berufsleben überzubewerten. Sie übersehen dabei, dass sie es mit einer akademischen Ausbildung zu tun haben, die deutlich über eine Berufsausbildung hinausgeht. Besonders Mathematik und Statistik können unter diesen Voraussetzungen zu echten Stolpersteinen werden.
Wie sind Sie selber zur Wirtschaftswissenschaft gekommen?
Als Schülerin war ich eher der mathematische Typ und wollte gerne Lehrerin werden. Also schrieb ich mich für Wirtschaftswissenschaft und Mathematik ein. Im Schuldienst war ich dann aber nie tätig, sondern schlug stattdessen eine Hochschullaufbahn ein.
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