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Steckbrief Studienfächer |
Steckbrief Studienfächer | zur Druckfassung Gut informiert ist halb studiertWer sich rechtzeitig über Fächer und ihre Inhalte kundig macht, |
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Zu wenig Geld, eine veränderte Lebensplanung, unsichere Berufsaussichten. Die Gründe für einen Studienabbruch sind vielfältig, aber beileibe nicht immer zwingend. Wer sich rechtzeitig darüber informiert, was mit der Wahl eines bestimmten Gebiets auf ihn zukommt, beugt dem Gefühl vor, einfach das falsche Fach erwischt zu haben. In Zusammenarbeit mit den Kieler Nachrichten stellt die Universität Kiel deshalb ihre wichtigsten Studiengänge innerhalb einer Interviewserie mit kompetenten Vertretern des jeweiligen Fachs vor. Anette Schmitz, Leiterin der Zentralen Studienberatung an der Uni Kiel, erfährt Tag für Tag, wie wichtig es für angehende Studienanfänger ist, gut informiert zu sein. Dass jemand bei der Fachwahl total danebengegriffen hat, kommt nach ihren Angaben zwar selten vor. Immer mal wieder aber passiert es, dass die Ratsuchenden zwar die richtige Richtung gewählt haben, aber nicht das genau für sie passende Fach oder den passenden Studiengang: "Da kann man durch die entsprechende Aufklärung in kurzer Zeit ganz viel korrigieren, und oftmals sind die Studierenden ebenso überrascht wie glücklich, dass es doch genau das gibt, was sie sich vorgestellt haben." Hilfestellungen gibt die Uni Kiel durch die Zentrale Studienberatung, durch die einzelnen Studienfachberater und nicht zuletzt durch Großveranstaltungen wie die Studieninformationstage, die zuletzt mehr als 12.000 Oberstufenschüler angelockt haben. Unter dem Motto "hereinspaziert" finden Lehrer und Schüler darüber hinaus eine ganze Palette an Möglichkeiten, Uniluft zu schnuppern. "Die Uni bietet viele Möglichkeiten zum Reinschauen an", sagt Anette Schmitz, die den Studienanfängern in dieser Hinsicht ein gutes Zeugnis ausstellt. Ganz überwiegend sind die angehenden Studenten nach ihrem Eindruck heute wesentlich besser informiert als die Generationen vor ihnen. Klaffen vor allem bei Studienanfängern, die ihre Entscheidung unvorbereitet treffen, Vorstellungen und Realität von dem einen oder anderen Studienfach bisweilen erheblich auseinander. Politologiestudenten, die eine Politikerkarriere anstreben. Soziologen mit Zielrichtung Sozialarbeit. Psychologie-Studenten auf der Suche nach dem eigenen Ich. Juristen, die der Gerechtigkeit dienen wollen. All das gibt es auch heute teilweise noch, berichtet Cornelie Prillwitz vom Team Akademische Berufe bei der Bundesagentur für Arbeit. Meist indes kommen die Missverständnisse weniger drastisch daher. Trotzdem kann aber auch ein warmer Sinn für die Schönheit der Poesie fürs eher analytisch angelegte Studium der Germanistik die denkbar falsche Motivation sein. Und auch Studienanfänger, die sich für eine Disziplin entscheiden, in der es vermeintlich allein auf die harten Fakten ankommt, haben bisweilen ihre romantischen Flausen im Kopf. Cornelie Prillwitz betreut in der Arbeitsagentur Studierende bis etwa ein Jahr übers Examen hinaus und begegnet immer wieder Ratsuchenden, die sich unter ihrem Fach eigentlich etwas völlig anderes vorgestellt hatten. Beispielsweise Informatik-Studenten, die einen Kulturschock erleiden, weil sie mit Papier und Stift arbeiten sollen, wo sie doch so gern am Computer herumschrauben würden. Knallhartes Kalkül führt andererseits ebenfalls nicht automatisch ins akademische und berufliche Glück. "Ein bestimmtes Fach zu wählen, weil dafür gerade Personalmangel herrscht, kann ins Auge gehen", warnt Cornelie Prillwitz. Schließlich könne niemand sicher voraussagen, welche Berufe in ein paar Jahren gefragt sind. Deshalb rät sie dazu, bei der Wahl des Studiengangs immer die eigene Neigung und die eigenen Interessen zur Grundlage zu machen. Was Anette Schmitz bestätigt. "Wer wirklich Interesse an seinem Studium hat, kann auch Probleme und Enttäuschungen besser überwinden", betont sie. Sinnvoll sei es, sich bei länger anhaltendem Bauchgrummeln möglichst frühzeitig Rat zu holen. Oft bereitet nach Erfahrung der Diplompädagogin nicht das Fach an sich den eigentlichen Kummer, sondern es stecken Schwierigkeiten im Zeitmanagement, Probleme beim Aufbau eines neuen Freundes- und Bekanntenkreises oder auch persönliche Sorgen dahinter. Und für all diese Fälle hält die Uni ein dichtes Netz an professionellen Hilfsangeboten vor. "Niemand sollte sich scheuen, diese Angebote in Anspruch zu nehmen", appelliert Professor Frank Kempken, Vizepräsident der Uni Kiel, und betont: "Zufriedene Studenten sind bessere Studenten." Von Martin Geist |
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Interview mit Dr. Astrid von der Lühe (10.03.2010)
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