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Informatik ist im Wesentlichen Denkarbeit

Interview mit Dr. Friedemann Simon

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zum Fach Informatik gibt Studienfachberater Dr. Friedemann Simon im Gespräch mit Martin Geist.

Jeder kennt das Wort Informatik. Aber welche Inhalte stehen eigentlich dahinter?

Simon: Informatik ist ganz allgemein die Wissenschaft von der syste­matischen Verarbeitung von Informationen. Dabei kann es um Daten­strukturen wie JPG oder MPEG gehen oder auch um Internetpro­gram­miersprachen. Wir haben es aber genauso mit dem Aufbau von Syste­men für den Einkauf übers Internet und vielen anderen alltagsnahen Gebieten zu tun. Informatik ist dabei immer im Wesentlichen Denk­arbeit. Man muss zunächst wissen, was man überhaupt will, dann muss man es verstehen und schließlich verantwortungsvoll umsetzen. Viele Informatiker arbeiten überwiegend einfach mit Papier und Bleistift. Dazu gehöre auch ich, wenn ich mich mit meinem Spezialthema künstliche Intelligenz beschäftige.

Welche Berufe stehen Informatikern offen?

Ganz viele. Ob Industrie, Dienstleistung, Verwaltung oder Forschung: Überall werden Absolventen dieses Fachs gebraucht. Außerdem machen sich viele unserer Studenten später selbstständig. Wer innerhalb nicht allzu langer Zeit einen guten Abschluss macht, hat trotz immer wieder möglicher Wirtschaftskrisen hervorragende Berufsaussichten.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfänger der Informatik aufsitzen?

Mit Abstand die häufigste Fehlannahme ist die Vorstellung, dass es ausreicht, wenn man sich gern mit dem Computer beschäftigt. Überraschend viele Anfänger kommen auch mit dem Motiv, später einmal Computerspiele zu programmieren. Beides ist weit weg von der Wirklichkeit. Informatiker programmieren selten und sind noch seltener unmittelbar mit der Hardware beschäftigt. Ihr eigentliches Geschäft ist die logische Infrastruktur, die sich hinter den Flachbildschirmen abspielt. Wer sich in der Schule intellektuell erfolgreich mit komplexen Systemen auseinandersetzen und zum Beispiel Ökosysteme oder elektro­tech­nische Fragestellungen gut verstehen und darstellen kann, bringt mit einiger Wahrscheinlichkeit die richtigen Grundlagen mit. Ein Leistungskurs in Mathe ist aber nicht nötig.

Wie sind Sie selber auf die Informatik gekommen?

Vor über 40 Jahren als Gymnasiast in der Max-Planck-Schule. Wir hatten einen sehr engagierten Junglehrer, der uns dazu brachte, aus alten Telefon-Relais der Post einen 10-Bit-Rechner zu bauen. Viele hielten das damals für verrückt, aber mich hat dieses Thema nie mehr losgelassen.

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