Medizin erfordert Freude am Heilen und am naturwissenschaftlichen Denken
Interview mit Professor Johann Peter Kuhtz-BuschbeckMehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Medizin gibt Studienfachberater Professor Johann Peter Kuhtz-Buschbeck im Gespräch mit Martin Geist.
Johann Peter Kuhtz-Buschbeck (48) ist Studienfachberater für Medizin (vorklinischer Studienabschnitt) und betätigt sich wissenschaftlich in der Neurophysiologie, die sich mit der Funktion des Nervensystems beschäftigt. Foto privat
In der Medizin geht es darum, Krankheiten zu erkennen, sie zu heilen oder zu lindern und ihnen vorzubeugen. Ein Studium der Humanmedizin dauert in der Regel sechs Jahre. Der vorklinische Studienabschnitt nimmt zwei Jahre in Anspruch und steht im Zeichen der naturwissenschaftlichen Grundlagen. Anatomie, Biochemie, Physiologie sind wichtige Fächer dieses Studienabschnitts und behandeln den Bau und die normale Funktion des Körpers. Hinzu kommt die medizinische Psychologie. Der klinische Studienabschnitt dauert vier Jahre. Hier geht es um die allgemeine und spezielle Krankheitslehre. Die Grundlagen von mehr als zwanzig Fächern der klinischen Medizin werden gelehrt, zum Beispiel Augenheilkunde, Chirurgie, Innere Medizin, Neurologie, Pädiatrie, Pharmakologie oder Urologie. Die Studierenden lernen nicht nur die Theorie dazu, sondern werden auch mit den wesentlichen diagnostischen Verfahren vertraut gemacht, damit sie später Erkrankungen erkennen und die richtige Behandlung einleiten können. Der letzte Teil des Studiums ist das praktische Jahr, in dem die Studierenden in der Klinik arbeiten und dort verschiedene Stationen durchlaufen. Das Studium endet mit einem umfangreichen Examen, der Ärztlichen Prüfung.
Welche Berufe stehen Nachwuchskräften in der Medizin offen?
In der Regel folgt nach dem Studium eine fachärztliche Weiterbildung in einer Klinik, die je nach gewählter Fachrichtung etwa vier bis sechs Jahre dauert. Dies ermöglicht die Niederlassung in einer Praxis oder auch eine weitere fachärztliche Tätigkeit im Krankenhaus. Arbeitsplätze gibt es außerdem in der Forschung, bei Behörden wie etwa Gesundheitsämtern, in der Pharmaindustrie oder auch im Wissenschaftsjournalismus. Die Arbeitsmarktsituation für Ärztinnen und Ärzte ist nach wie vor gut. Das Ärzteblatt ist voll von Stellenanzeigen.
Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in der Medizin aufsitzen?
Oft wird unterschätzt, wie wichtig Interesse und Freude am naturwissenschaftlichen Denken sind. Besonders zu Beginn des Studiums ist in recht kurzer Zeit eine Menge an teilweise recht trockenem Lernstoff zu bewältigen. Die ersten vier Semester bedeuten deshalb für manche Studierende eine Durstrecke.
Wie sind Sie selber zur Medizin gekommen?
Nach dem Abitur arbeitete ich als Zivildienstleistender in einem Heim für neurologisch Schwerbehinderte. Interesse an Biologie hatte ich schon vorher. So lag der Schritt zur Medizin für mich nahe.
Mehr über das Studium der Medizin unter:
- Studieninformationsblätter Medizin
- Website der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
- Fachguide »Medizin«
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