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Musikwissenschaft ist die ideale Synthese zwischen Musik, Literatur und Geschichte

Interview mit Professor Siegfried Oechsle

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Musikwissenschaft gibt Professor Siegfried Oechsle im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter der Musikwissenschaft?

Musikwissenschaft ist eine historische Disziplin. Sie beschäftigt sich mit der Geschichte des kulturellen Phänomens Musik, vor allem mit der westlichen Kunstmusik von der Antike bis heute. Zum einen geht es um die Geschichte des Komponierens, sozu­sagen um das Denken in Musik.
Zum anderen befasst sich das Fach mit der Geschichte des Denkens über Musik. Das schließt Texte aus der Musiktheorie, der philosophischen Ästhetik oder aus anderen Künsten mit ein. Gegenstand des Faches sind auch die sozialen Orte der Musik, insbesondere die Bereiche Kirche, Theater und Konzert.

Welche Berufe stehen Absolventinnen und Absolventen offen?

Nicht wenige arbeiten im Berufsfeld Medien. Dazu zählen Rund­funk und Fernsehen, die Printmedien sowie Tonträgerindustrie und Musikverlage. Letztlich gehört der Bereich Dramaturgie, vertreten in Oper und Konzert, auch in die mediale Sparte. Die zahlreichen Musikfestivals wären in diesem Zusammenhang ebenfalls zu nennen. Zum Stellenmarkt zählen überdies das Kultur- und speziell das Konzertmanagement. Ein weiterer Großbereich wird durch die Begriffe Forschung und Lehre an Universitäten und Musikhochschulen umrissen. Daneben existiert auch eine stattliche Zahl freier musikalischer Forschungseinrichtungen wie zum Beispiel die Kieler Brahms-Gesamtausgabe.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studierende der Musikwissenschaft anfangs aufsitzen?

Die Liebe zur Musik weiß meist wenig von den Arbeitsweisen einer Geisteswissenschaft. Gefragt sind Notenlesen, Grundkenntnisse der allgemeinen Musiklehre, Erfahrungen mit Musik verschiedener Epochen sowie sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Dass "Muwis" mindestens ein Instrument spielen, ist eigentlich die Regel. Wichtig sind geistig-kulturelle Neugier und weit offene Ohren. Wer sich ausschließlich mit aktueller Popmusik beschäftigen will, wird angesichts der historischen Breite unseres Studienangebots vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert nicht recht glücklich werden. Und dann der zentrale Hinweis: Wir bilden keine Musiklehrer aus. Dies geschieht an Musikhochschulen wie etwa in Lübeck oder im Rahmen der universitären Lehramtsausbildung in Flensburg. Anders als für unser Fach muss dafür eine musikalische Aufnahmeprüfung abgelegt werden.

Wie sind Sie selber zur Musikwissenschaft gekommen?

Schon als Gymnasiast habe ich mir Informationen über den Studiengang Musikwissenschaft an deutschen Universitäten besorgt. Für mich war das die ideale Synthese meiner Hauptinteressen Musik, Literatur und Geschichte. Ich bin dann diesen Weg ziemlich geradlinig gegangen.

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