CAU - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Pharmazie ist die Kombination von Naturwissenschaften mit einem Heilberuf

Interview mit Prof. Bernd Clement

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zum Fach Pharmazie gibt Professor Bernd Clement, Direktor des Pharmazeutischen Instituts, im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter der Pharmazie?

Pharmazie ist die Lehre von den Arzneimitteln, ihrer Gewinnung, Wirkung und ihrer Anwendung am Menschen. Alle, die Interesse daran haben, Naturwissenschaften mit einem Heilberuf zu ver­binden, sind in der Pharmazie gut aufgehoben. Die Lehre geht dabei von den Naturwissenschaften aus und wendet sich dann immer mehr dem Patienten zu.

Welche Berufe stehen Pharmazeuten offen?

Entsprechend der breiten Ausbildung bieten sich nach dem Abschluss, der bei uns das Staatsexamen ist, enorm viele Möglichkeiten. Die öffentliche Apotheke ist nach wie vor sehr wichtig und viele gehen diesen Weg. Das zumal deshalb, weil es gerade erst für mit EU-Recht vereinbar erklärt worden ist, dass in Deutschland Apotheken keine Filialketten wie etwa Drogerien werden dürfen. Die inhabergeführte Apotheke hat also nach wie vor Zukunft, Stellen für Pharmazeuten warten aber genauso in der Forschung an Hochschulen, in der Industrie, in Krankenhäusern und Behörden. Die Arbeitslosigkeit dieser Berufsgruppe ist seit langer Zeit die geringste von allen akademischen Berufsgruppen.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfänger in der Pharmazie aufsitzen?

Überhaupt nicht gerne hören wir den Spruch vom "akademischen Verkäufer". Medikamente werden schließlich nicht verkauft, sondern nach ordnungsgemäßer Beratung verteilt. Ebenfalls schade ist es, dass viele Schüler über das Berufsbild der Pharmazeuten schlecht informiert sind. Oft wird man mit der Annahme konfrontiert, für die Entwicklung von Arzneistoffen seien nur Mediziner zuständig. Auch die Behauptung, Pharmazie sei vor allem ein Fach für gute Auswendiglerner, ist ein Vorurteil. Ein bissschen was muss man zwar tatsächlich im Kopf gespeichert haben, weil es wenig praxisgerecht wäre, jeden einzelnen Stoff nachschlagen zu müssen, aber genauso bietet die Pharmazie auch wissenschaftlich viele Entwicklungsspielräume.

Wie sind Sie selber zur Pharmazie gekommen?

Ich hatte eine Vorliebe für Naturwissenschaften, wollte mich aber nicht auf eine Disziplin konzentrieren. Außerdem strebte ich die Kombination von Naturwissenschaften und einem Heilberuf an. Bis heute finde ich es faszinierend, welche positiven Wirkungen man mit ein paar Milligramm einer Substanz auf den Menschen auslösen kann.

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