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Philosophen sind die Spezialisten fürs Allgemeine

Interview mit Dr. Astrid von der Lühe

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Philosophie gibt Dr. Astrid von der Lühe im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter dem Fach Philosophie?

Die Besonderheit daran ist, dass Philosophie keinen klar umris­senen Gegenstand hat wie Jura oder Medizin. Philosophie ist eine Reflexionswissenschaft, die sich mit übergeordneten Frage­stellungen befasst und für viele Fächer eine einordnende Funk­tion erfüllt. Es gibt den schönen Satz, dass Philosophen die Spezialisten für das Allgemeine sind. Und da ist viel Wahres dran. Vieles rankt sich dabei immer noch um die vier Grund­fragen von Kant: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Im Studium nähert man sich diesen Fragen durch die Auseinandersetzung mit den großen Philosophen von der Antike bis in die Gegenwart hinein. Wir in Kiel versuchen dabei, möglichst oft Verknüpfungen mit den aktuellen gesellschaftlichen und ethischen Debatten herzu­stellen. Lateinkenntnisse sind dazu für Anfänger nicht nötig, wohl aber später für den Master-Studien­gang. Durchaus hilfreich ist Latein aber ebenso wie Mathematik, und das weniger wegen der konkreten Inhalte, sondern weil beide Fächer besonders gut das logische Denken schulen. Absolut unerlässlich für ein freudvolles und erfolgreiches Philosophiestudium ist in jedem Fall die Fähigkeit, sich vertieft auch mit sehr komplexen Texten auseinanderzusetzen.

Welche Berufe stehen Nachwuchskräften in Philosophie offen?

Für etwa 40 Prozent lautet das Ziel gymnasiales Lehramt. Die Übernahmechancen hängen hier zwar ein bisschen von der jeweiligen Fächerkombination ab, stehen aber grundsätzlich durchaus gut. Die übrigen Absolventinnen und Absolventen müssen sich ihren Platz im Berufsleben mehr oder weniger suchen. Der Journalismus, das Verlagswesen und ebenso Unternehmensberatungen sind Bereiche, in denen es immer wieder Interesse gibt, Philosophen einzustellen. Rhetorische Fertigkeiten, strukturiertes Denken und ein übergeordneter Blick sind eben Qualifikationen, die häufig benötigt werden. Wichtig für einen guten Einstieg sind Praktika, die unser Seminar mit einer ganzen Reihe von Partnern vermittelt.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Philosophie aufsitzen?

Die Vorstellung von Philosophie als institutionalisierter Gelegenheit zu einem zwanglosen Meinungsaustausch über den Sinn des Lebens ist manchen bestimmt nicht fremd. Im Studium wird aber nicht einfach drauflos philosophiert. Wer dieses Fach studiert, muss lesen, lesen und nochmals lesen. Das bedeutet eine ganz hohe Bereitschaft zum Selbststudium und so viel Eigenverantwortung wie kaum in einem anderen Fach.

Wie sind Sie selber zur Philosophie gekommen?

Als ich Philosophie als Schulfach bekam, war das völlig neu für mich. Und genauso faszinierend. Die Philosophie hat mich wie ein Blitz getroffen, weil sie eine unglaubliche intellektuelle Herausforderung darstellt und für mich immer noch der Schlüssel zur Welt- und Selbsterkenntnis ist. Am Anfang des Studiums verstand ich zwar überhaupt nichts, aber ich habe irgendwie durchgehalten und wurde dafür mit echtem Glücksgefühl belohnt.

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