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Romanistik ist viel mehr als nur das Erlernen von Sprachen

Interview mit Dr. Béatrice Jakobs und Dr. Johanne Peemöller

Mehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Romanischen Philologie geben die Studienfach­beraterinnen Dr. Béatrice Jakobs und Dr. Johanne Peemöller im Gespräch mit Martin Geist.

Welche Inhalte stehen genau hinter der Romanistik?

Johanne Peemöller: Sprachlich umfasst die Romanistik in Kiel zunächst einmal Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch. Die Studiengänge sind im Zwei-Fächer-System organisiert, so dass entweder zwei Sprachen studiert werden können, aber auch Kombinationen zwischen einer dieser Sprachen mit Deutsch, Philosophie, Pädagogik oder einem anderen Fach möglich sind. Immer steht dabei das Erlernen der jeweiligen Sprache am Anfang. Doch dabei bleibt es nicht: Die weitergehende wissenschaftliche Auseinandersetzung umfasst Geschichte und soziale Gegenwart, Kultur, Sprache und Literatur der romanischsprachigen Länder und Regionen. Und nicht zuletzt verfolgt unser Institut einen stark vergleichenden Ansatz. Wer sich etwa mit französischer Literatur beschäftigt, bekommt immer auch Einblicke ins Schaffen der Literaten aus den anderen Ländern.

Welche Berufe stehen Nachwuchskräften in Romanischer Philologie offen?

Béatrice Jakobs: Schätzungsweise 80 Prozent unserer Studierenden streben ins Lehramt, das in Schleswig-Holstein allerdings nicht für Portugiesisch offensteht, weil diese Sprache dort nur auf Basis freiwilliger Angebote unterrichtet wird. Der Arbeitsmarkt für Lehramtsabsolventen stellt sich gegenwärtig recht entspannt dar. Spanisch-Lehrkräfte werden zur Zeit oft sogar praktisch vom Examen weg engagiert. Wer nicht in einer Schule arbeiten will, orientiert sich gewöhnlich im weiten Feld des Kulturbereichs, im Verlags- und Lektoratswesen, in Bibliotheken oder im Journalismus. Die Erfahrung zeigt, dass unsere Studierenden aufgrund der erworbenen Fachkenntnisse und auch ihrer Schlüsselqualifikationen für den Arbeitsmarkt gut gerüstet sind.

Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Romanischer Philologie aufsitzen?

Johanne Peemöller: Viele gehen leider etwas blauäugig an das Studium heran. Besonders die sprachlichen Anforderungen sind in der Romanistik nicht zu unterschätzen. In Französisch setzen wir fünf oder besser noch sieben Jahre Sprachunterricht in der Schule voraus, und in Spanisch drei Jahre. Italienisch und Portugiesisch erfordern zwar keine Vorkenntnisse, verlangen aber die Fähigkeit, sich in relativ kurzer Zeit eine Sprache umfassend anzueignen. Schließlich beschäftigt man sich im Studium mit komplexen Fragestellungen und teilweise älterer Literatur, die nicht einfach so nebenbei zu verstehen ist. Darüber hinaus sind Lateinkenntnisse zwingend erforderlich, die aber im ersten Studienjahr nachträglich erworben werden können.

Wie sind Sie selber zur Romanistik gekommen?

Johanne Peemöller: Mit 14 Jahren kam ich über einen Schüleraustausch zum ersten Mal nach Paris, und daraufhin bin ich nicht mehr von Frankreich losgekommen. Allerdings studierte ich dann neben Romanistik auch noch Geschichte und schwankte lange zwischen diesen beiden Fächern. Gesiegt hat am Ende die Romanistik, weil ich dort in der Teildisziplin Sprachwissenschaft stets die historische Perspektive berücksichtigen kann.
Béatrice Jakobs: Bei mir war es fast genauso. Mit 15 ging es zum Schüleraustausch in die Normandie, und weil ich schon damals in den Lehrberuf wollte, habe ich später einfach Frankreichbegeisterung und pädagogisches Interesse verknüpft und ein Lehramtsstudium in Französisch und Geschichte begonnen.

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