Steckbrief Studienfächer | zur Druckfassung
Skandinavistik reicht von Astrid Lindgren bis Altisländisch
Interview mit Studienfachberater Mathias KruseMehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Skandinavistik gibt Studienfachberater Mathias Kruse im Gespräch mit Martin Geist.
Mathias Kruse, Jahrgang 1981, ist Studienfachberater am Institut für Skandinavistik. Wissenschaftlich befasst er sich mit mittelalterlichen Sagen und der Dichtung der Wikinger, sprachlich ist er besonders in Schwedisch und Isländisch zuhause. Foto mag
Eine ganz große Rolle spielt der Spracherwerb. Die Studierenden können dabei zwischen Schwedisch, Dänisch, Norwegisch und Isländisch wählen. Dazu haben wir noch Finnisch im Angebot, das aber nur zusätzlich erlernt werden kann. Weitere Schwerpunkte sind die Literatur- und Sprachwissenschaft, die sich dem Mittelalter genauso wie der Gegenwart widmet. Dabei kann man es durchaus auch mit Schwedenkrimis oder Astrid Lindgren zu tun haben – oder auch mit altisländischer Literatur. In der Skandinavistik öffnet eine Sprache sehr leicht das Verständnis für die andere. Eine Ausnahme ist hier allerdings Finnisch, da sie einer ganz anderen Sprachfamilie angehört. Sprachliche Vorkenntnisse sind fürs Studium nicht erforderlich. Auch Latein wird heutzutage nicht mehr verlangt.
Welche Berufe stehen Nachwuchskräften in Skandinavistik offen?
Das Berufsbild lässt sich nicht ganz klar definieren. Medien, Tourismus, Verlags- und Bibliothekswesen sind Bereiche, in denen unsere Absolventen oft unterkommen. Geld verdienen lässt sich außerdem mit Übersetzungen und bestimmt auch in der freien Wirtschaft. Skandinavien ist schließlich eine dynamische Region, und entsprechende Sprachkenntnisse können ein großes Plus sein. Wichtig für einen guten Start in den Beruf sind Praktika, die wir den Studierenden dringend nahelegen als Ergänzung zu Skandinavistik und nach Möglichkeit auch Auslandsaufenthalte. Außerdem spielt es bei der Jobsuche eine Rolle, welches zweite Bachelor-Fach jemand gewählt hat. Generell zeigen die Erfahrungen, dass es einige Jahre dauern kann, bis man nach dem Abschluss einen Arbeitsplatz gefunden hat, der wirklich den erworbenen Qualifikationen entspricht.
Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Skandinavistik aufsitzen?
Das Problem hält sich eigentlich in Grenzen. Zuweilen kommt es aber vor, dass beispielsweise pure Begeisterung für Schweden der Grund zur Aufnahme dieses Studiums ist. Begeisterung allein reicht aber nicht. Es ist viel Arbeit nötig und vor allem Offenheit auch für die anderen skandinavischen Länder.
Wie sind Sie selber zur Skandinavistik gekommen?
Ziemlich klassisch. Kurz vor dem Abitur hat in ein Schweden-Urlaub meine Leidenschaft für dieses Land entfacht. Weil ich ohnehin Sprachen studieren wollte und am liebsten eine Sprache, die ich noch nicht konnte, lag also die Entscheidung für Skandinavistik sehr nahe.
Mehr über das Studium unter
- Studieninformationsblätter Skandinavistik
- Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS)
Zuständig für die Pflege dieser Seite:
Pressestelle der Universität,
presse@uv.uni-kiel.de
