Steckbrief Studienfächer | zur Druckfassung
Slavistik widmet sich Ländern mit Dynamik und Potenzial
Interview mit Professor Michael DüringMehr als 60 Studiengänge hat derzeit die Universität Kiel im Angebot. Doch welches Fach ist für wen das richtige?Antworten zur Slavistik gibt Professor Michael Düring im Gespräch mit Martin Geist.
Michael Düring (46) ist Professor am Institut für Slavistik und befasst sich wissenschaftlich vorrangig mit russischer und polnischer Literatur. Foto :mag
Darin stecken zunächst einmal Russische, Polnische und Tschechische Philologie. Diese Fächer bilden jeweils eigene Bachelor-Studiengänge, sind aber ganz ähnlich aufgebaut. Die wesentlichen Elemente sind die klassische Sprachausbildung, die Sprachwissenschaft sowie die Literatur- und Kulturwissenschaft. Individuelle Schwerpunkte können die Studierenden vom fünften Semester an setzen, wobei wir in Kiel eine große Gemeinsamkeit pflegen. Bereits im Bachelor- und besonders dann im Masterstudiengang spielt die vergleichende Slavistik eine große Rolle. Literatur und Kultur werden beispielsweise nicht isoliert, sondern bezogen auf alle drei Sprachräume betrachtet.
Welche Berufe stehen Nachwuchskräften in Slavistik offen?
Weil wir es mit einem Zwei-Fach-Bachelor zu tun haben, hängt das ein wenig davon ab, welche Qualifikationen sonst noch im Studium erworben wurden. Immer wieder streben Absolventinnen und Absolventen in den Schuldienst, wo sie in den vergangenen Jahren auch stets übernommen wurden. Arbeit gibt es außerdem in der Erwachsenenbildung und bei europäischen Gremien, die Absolventen mit profunden Kenntnissen über Sprache, Kultur und Gesellschaft in Osteuropa benötigen. Auch die freie Wirtschaft kann ein interessanter Arbeitgeber sein. Wir versuchen das zu befördern, indem zum Beispiel im Bachelor-Studiengang ein Auslandspraktikum zwingend vorgeschrieben ist. Erfreulich finde ich, dass nach einer gewissen Zeit so gut wie alle unserer Absolventen ordentlich untergekommen sind.
Gibt es typische Missverständnisse, denen Studienanfängerinnen und -anfänger in Slavistik aufsitzen?
Die werden eigentlich eher von außen hereingetragen. Slavistik gilt teilweise immer noch als ein Exotenfach, das sich mit Ländern befasst, in denen sehr viel Alkohol getrunken wird. Beides stimmt so natürlich nicht. Ich finde es immer wieder bedauerlich, wie sehr die Bedeutung von Ländern wie Polen und Tschechien gerade für Deutschland unterschätzt wird. Schließlich handelt es sich um unmittelbare Nachbarländer mit erheblicher wirtschaftlicher Dynamik und entsprechenden Potenzialen.
Wie sind Sie selber zur Slavistik gekommen?
Ich ging in Münster auf ein sprachliches Gymnasium und begann dort aus reiner Neugierde, Russisch zu lernen. Das gefiel mir so gut, dass ich 1984 Russische, Polnische und Englische Philologie zu studieren begann. Damals, als noch nicht einmal der Kalte Krieg richtig zu Ende war, galt man mit einem solchen Studium noch als echter Exot. Aber vielleicht hatte mich gerade der Hang getrieben, etwas zu machen, was nicht alle machen.
Mehr über das Studium der Slavistik unter
- Studieninformationsblätter Slavische Philologie
- Institut für Slavistik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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